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Wohnungseinbrüche : Damit Einbrecher draußen bleiben

Kurzer Prozess: Einbrecher wollen schnell zur Sache kommen. Meistens gelangen sie durch das Aufhebeln von Türen und Fenstern ins Haus. Bild: Westend61

Diebe haben meistens wenig Zeit. Mit guter Sicherheitstechnik können Hauseigentümer ihr Zuhause besser schützen - und den Kriminellen das Leben schwermachen. Das Verbraucherthema.

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          Sicher zu wohnen - dieses Gefühl haben viele Menschen nicht mehr angesichts der steigenden Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland. Auch in Hessen hat sie im vergangenen Jahr um 5,6 Prozent auf 11.595 Fälle zugenommen, bundesweit liegt der Anstieg sogar bei zehn Prozent.

          Petra Kirchhoff
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Immerhin: In fast der Hälfte der Fälle in Hessen ist es nach Angaben des Innenministeriums beim Versuch allein geblieben. Die Täter wurden in diesen Fällen entweder gestört oder durch Sicherheitseinrichtungen abgeschreckt. Umso mehr wirbt die Polizei dafür, sichere Türen und Fenster einzubauen oder bestehende Gebäude entsprechend nachzurüsten.

          Denn in der Regel gelangen Diebe ins Haus, indem sie mit einem spitzen Gegenstand Balkontüren oder Fenster aufhebeln. Gelingt das nicht innerhalb weniger Minuten, geben die meisten auf und suchen sich ein anderes Objekt.

          Hohe Hecken als Einladung für Diebe

          Was genau zu tun ist, darüber informieren Einbruchberater der Polizei, die in der Regel aber erst dann gerufen werden, wenn die Diebe schon da waren. Fünf Anlaufstellen gibt es allein in der Rhein-Main-Region. Adressen findet man auf der Seite www.polizei-beratung.de (Link: Beratungsstellen-Suche).

          Die Berater prüfen auf Wunsch auch an Ort und Stelle die Situation. Oft werden Diebe durch hohe Hecken und eine dichte Bepflanzung eingeladen, weil sie sich dahinter ungestört an Fenstern und Türen zu schaffen machen können. Was viele Bewohner nicht bedenken: Geräteschuppen, Rankhilfen, Mülltonnen oder auch ein Carport können ideale Ein- und Ausstiegshilfen sein. Hier gilt es, wenn möglich, Vorsorge zu treffen. Ein neuer Platz für die Mülltonne ist dabei noch die einfachste Lösung.

          Fenster und Terrassentüren sind dann einbruchsicher, wenn sie von innen abschließbar und mit Pilzkopfbeschlägen versehen sind, die sich beim Schließen mit dem Rahmen verbinden. So kann das Fenster nicht ausgehebelt werden. Mit einem Querriegelschloss lassen sich Eingangs- und Kellertüren sichern. Einbruchhemmende Gitter empfehlen sich bei tief gelegenen Kellerfenstern.

          Nachrüsten kann teuer werden

          Das Hochschieben von Rollläden kann mit mechanischen Zusatzsicherungen zumindest etwas erschwert werden. Noch besser ist der einbruchsichere Rollladen mit elektrischer Steuerung und Zeitschaltuhr. Grundsätzlich sollten Rollläden während längerer Abwesenheit nicht dauerhaft geschlossen sein. Denn das signalisiert, ebenso wie ein voller Briefkasten, dem Einbrecher, dass niemand zu Hause ist. Umso besser, wenn in der Urlaubszeit ein Nachbar nach dem Rechten schaut und dabei nicht nur die Blumen gießt, sondern auch die Rollläden regelmäßig bewegt und den Briefkästen leert.

          Wie ein Einbruch erschwert wird, ist genau definiert. Für Fenster, Türen und Rollläden gibt es sechs sogenannte Widerstandsklassen. Als Mindestschutz für private Häuser und Wohnungen wird die Widerstandsklasse 2 empfohlen. Wer sein Haus oder seine Wohnung dementsprechend nachrüsten will, der bekommt in den Beratungsstellen notwendige Informationen. Hier gibt es Listen mit geprüften Handwerkern, die einen bestimmten Pflichtenkatalog erfüllen und dafür stehen, Fenster und Türen fachgerecht zu montieren. Grundsätzlich kostet Sicherheitstechnik für Fenster und Türen viel Geld - vor allem, wenn es nachträglich gemacht wird. Im Nachhinein sind in einem frei stehenden Einfamilienhaus 20.000 Euro für das Sichern von Türen und Fenstern schnell ausgegeben.

          Sicherheitsunternehmen bieten auch Revierdienste an

          Viele Eigentümer scheuen diese Investition. Nicht ohne Grund ist die Politik gerade dabei, die Förderanreize für Nachrüster zu verbessern. So soll der Fördertopf für Einbruchschutz in diesem Jahr um 50 Millionen Euro erweitert werden.

          Für Alarmanlagen stellt die Förderbank KfW Zuschüsse und Förderkredite zur Verfügung. Diese werden nach Angaben des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft immer günstiger, weshalb der Umsatz für Alarmanlagen, Kameras und Bewegungsmelder im vergangenen Jahr um knapp 50 Prozent gestiegen sei, wie eine Sprecherin sagt. Zusätzlich können Hauseigentümer Dienstleistungen hinzubuchen, etwa das Aufschalten einer Notrufstelle bei einem privaten Sicherheitsunternehmen oder die direkte Umleitung zur Polizei, damit im Ernstfall jemand vorbeischaut. Letzteres kann jedoch teuer werden, wenn Fehlalarm ausgelöst wird.

          Ähnlich wie in Amerika bieten Sicherheitsunternehmen inzwischen auch sogenannte Revierdienste an, etwa die Kontrolle eines Privatgrundstücks alle drei Stunden nach 20 Uhr. Unternehmen wie Securitas vermieten auf Wunsch für die Urlaubszeit auch mobile Alarmanlagen. Als Preis für eine einfache Anlage (fünf Bewegungsmelder) werden auf Anfrage 200 Euro pro Woche genannt.

          Einbrüche nur schwer aufzuklären - auch mit Kamera

          Mit Hilfe der Postleitzahl kann man auf der Seite des Sicherheitsverbandes (www.bdsw.de) nach Unternehmen in der Nähe suchen. Der Verband vertritt rund 1800 Unternehmen in Deutschland. Mitglied werden kann nach Angaben der Sprecherin nur, wer seit mindestens einem Jahr im Sicherheitsgeschäft tätig ist und Tarif zahlt.

          Die Verbandssprecherin stellt gleichwohl klar: Eine Alarmanlage sei immer nur eine Möglichkeit der Prävention, und auch trotz bester Kameras ließen sich Einbruchdiebstähle nur schwer aufklären. „Gut gesicherte Fenster und Türen sind am wichtigsten.“

          Information: Umfassend zum Thema Einbruchschutz und staatliche Förderung informiert die Seite der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes www.k-einbruch.de. Die Stiftung Warentest (www.test.de) hat im Internet ein Themenpaket zusammengestellt (5 Euro).

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