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Shopping auf Chinesisch : Shop Suey

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In der Goethestraße spricht man in vielen Läden inzwischen Chinesisch. Der Grund liegt darin, dass viele der Käufer inzwischen Chinesen sind. Bild: Schmitt, Felix

Für chinesische Touristen ist Frankfurt die beliebteste deutsche Stadt. Und Shopping ihre beliebteste Aktivität.

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          Die Hundert-Euro-Scheine schiebt Herr Wang dem Mann unter dem Tisch zu. Es ist nichts Anrüchiges oder Illegales an dem Geschäft, nur sollte es hier im Erdgeschoss der Zeilgalerie nicht ganz so auffällig sein, wenn er einem chinesischen Reiseleiter seine Provision ausbezahlt. Während der Textilmesse waren auch viele chinesische Touristen in Frankfurt, betreut von Reiseleitern, die Wang berät. Heute gebe es „viele Leute auszubezahlen“, sagt er. Gang Wang ist Chef einer Consulting-Firma in Frankfurt. Er sieht sich als „Brücke“ zwischen den deutschen Einzelhändlern und den chinesischen Reiseleitern. Den Reiseleitern zeigt er, wo sie hin müssen, und den Geschäftsleuten sagt er, wie sie sich auf die Kundschaft vorbereiten können. Die Chinesen seien nicht mehr die „armen Kommunisten“. Er wolle die Deutschen zum „Umdenken“ bringen.

          Das sollten sie auch, Zahlen sprechen für sich. Im Jahr 2010 haben Chinesen 57 Millionen Auslandsreisen unternommen und dabei 55 Milliarden Dollar ausgegeben. Nur Deutsche und Amerikaner übertreffen das. Die Deutsche Zentrale für Tourismus schätzt, dass durch das Erstarken der Mittelschicht die Zahl der Chinesen, die sich eine Auslandsreise leisten können, jährlich um 13 Prozent steigen wird.

          In sieben Tagen durch Europa

          Gute Nachrichten für Thomas Feda. „Vor drei Jahren war China noch ein Zukunftsmarkt für uns, heute ist es ein Hauptmarkt“, sagt der Leiter der Tourismus und Congress GmbH Frankfurt. 150.000 Übernachtungen von chinesischen Touristen in Frankfurt im vergangenen Jahr zählt er. „Rechnet man die Übernachtungen von Neu-Isenburg, Darmstadt und Mörfelden-Walldorf dazu, sind wir im europaweiten Vergleich sogar vor Rom.“ Nur in London und Paris betteten Chinesen sich häufiger. Feda will sich in Zukunft nicht mehr auf den Massentouristen konzentrieren, der „in sieben Tagen durch Europa jagt“. Im Blick ist der „neue chinesische Tourist“: jung, auslandserfahren, kulturell interessiert und eigenständig reisend. Und da er idealerweise unter 45 Jahre alt ist, hat er die Kulturrevolution in China nicht miterlebt, sondern eine Periode ununterbrochenen wirtschaftlichen Wachstums. Daher sei Konsum für ihn kein negativ besetzter Begriff.

          Dass Konsum Kultur schlägt, weiß Stadtführerin Suwen Tan (Name geändert) zu berichten. Die Chinesin geleitet seit sechs Jahren Landsleute durch Frankfurt. Natürlich gehören Römer und Paulskirche ins Programm, aber oft interessiere das gar nicht. „Die Männer hören den Geschichten noch eher zu, aber die Frauen wollen nur einkaufen“, sagt sie. Wenn nicht ohnehin eine Shopping-Tour geplant sei, komme aus der Gruppe häufig der Vorschlag, man möge sich doch bitte in diese Richtung orientieren. An der Luxusmeile der Stadt, der Goethestraße, angekommen, wartet sie dann vor den Geschäften, während ihre Gruppe sich bei Gucci, Louis Vuitton und Co. eindeckt.

          Geschäftssprache: Chinesisch

          In den Läden werden ihre Dolmetscher-Dienste meist nicht mehr gebraucht, mittlerweile hat nahezu jedes Geschäft in der Goethestraße einen Verkäufer, der Chinesisch spricht. Und nicht nur das habe sich geändert, findet die Stadtführerin. Schriftzeichen an Geschäften habe es auch früher gegeben, wegen der Japaner. Aber mittlerweile seien die Angebote stärker auf ihre Landsleute ausgerichtet. Dabei werde die Werbung immer dreister: „Manche drücken den Touristen mitten in der Führung Zettel in die Hand, auf denen steht: ,Wir sind billiger!‘ Das ist unverschämt.“

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