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Shopping auf Chinesisch : Shop Suey

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Und doch trifft es offenbar den Nerv der chinesischen Touristen. In der Statistik des Unternehmens „Global Blue“ sind Chinesen die Deutschland-Shopper Nummer eins. Der Finanzdienstleister bietet „Tax Free Shopping“ bei Einzelhändlern auch außerhalb des Flughafens. Nach Unternehmensangaben wird in Deutschland der größte Umsatz durch chinesische Touristen in der Stadt Frankfurt erwirtschaftet: 99 Millionen Euro ließen Chinesen von Januar bis November 2011 in der Mainmetropole, das sind mehr als 40 Prozent des deutschlandweiten Umsatzes. Im Schnitt gebe ein chinesischer Tourist 698 Euro in Frankfurt aus. Die Stadt sei häufig die letzte Station chinesischer Touristen, daher werde hier besonders viel eingekauft. Besonders beliebte Waren seien Uhren, Schmuck und Kleidung.

.. und manchmal doch „Made in Germany“

Was zählt, sind die großen Marken. „Made in Germany“ ist ein Qualitätssiegel. Das weiß auch Cornelia Dartsch (Name geändert), Verkäuferin in einem Geschäft für Koffer. Der Renner bei Asiaten seien die Modelle von Rimowa, dieses Label gelte als „Prestige-Objekt“. Chinesische Kunden feilschten mehr und legten Wert darauf, nur Neuware aus dem Lager mitzunehmen.

Mit den Eigenheiten chinesischer Kunden verdient Gang Wang sein Geld. Zu den Kunden des 42 Jahre alten Unternehmers aus Schanghai zählen unter anderem acht Geschäfte in der Goethestraße und Galeria Kaufhof. Dass dort alle Stockwerke nicht nur auf Englisch, sondern auch auf Chinesisch ausgeschildert sind, ist ebenso sein Verdienst wie die Tatsache, dass auf jeder Etage mindestens ein Chinesisch sprechender Verkäufer arbeitet. Außerdem akzeptiert das Warenhaus die chinesische EC-Karte von China Union Pay.

„In China kosten diese Luxusmarken teilweise das Doppelte.“

Wichtig aber sei vor allem, wie man die chinesischen Kunden berate. „Viele sind unsicher, weil alles neu für sie ist. Und Markenprodukte sind in ihrem Land häufig Fälschungen.“ In Wangs Schulungen lernten die Verkäufer unter anderem, dieser Skepsis zu begegnen. Trotz ihrer großen Kaufkraft seien Chinesen immer noch auf ein Schnäppchen bedacht: „In China kosten diese Luxusmarken teilweise das Doppelte.“

Im Kofferladen begutachten derweil fünf Chinesen, ein Mann und vier junge Frauen, die Auslage. Sie sind Mitarbeiter einer chinesischen Fluggesellschaft und haben nach einem Flug fünf Tage Urlaub angehängt. In dieser Zeit wollen sie in Frankfurt shoppen. Als es ans Bezahlen geht, hüpft eine der jungen Frauen, ihre Handtasche fest an die Brust gepresst, mit einem kindlichen Grinsen zur Kasse. Dort ziehen die Chinesen ein Bündel grüner 100-Euro-Scheine aus einem Plastiktütchen und blättern pro Koffer zwischen fünf und sieben davon hin. Die Chinesen bekommen ihre Koffer ins Hotel geliefert. Bevor sie gehen, verstauen sie noch ihre bisherigen Einkäufe darin. Das Koffer-Geschäft war ihre erste Adresse in Frankfurt. „Wir brauchen Platz für die Dinge, die wir danach einkaufen wollen“, sagt der Mann.

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