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Eintracht Frankfurt : „Zehn kommen, zehn gehen“

Erster Kontrolleur: Wolfgang Steubing findet es „prickelnd“, dem Dreigestirn Bobic-Kovac-Hübner zuzuhören. Bild: Frank Röth

Wolfgang Steubing, Aufsichtsratschef der Frankfurter Eintracht, über das neue Transferkonzept des Klubs, Vorurteile gegen Sportvorstand Bobic und dessen Zusammenarbeit mit Sportdirektor Hübner.

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          Was muss sich bei der Eintracht ändern, damit sich die abgelaufene Saison nicht wiederholt?

          Als Aufsichtsratsvorsitzender gleich in eine solche Saison hineinzustolpern, das übertraf meine schlimmsten Vorstellungen. Darunter leidet alles: die Familie, die Freunde und das Geschäft. Selbst mein Fahrer, mit dem ich 30 Jahre zusammenarbeite, sagte, dass ich unausstehlich gewesen sei. Unser Beiratsmitglied Hans Hermann Reschke hatte mir kurz vor Saisonende gesagt, dass die Eintracht immer dann abgestiegen sei, wenn der Aufsichtsratsvorsitzende gewechselt hat. Das hat mich aufgebaut.

          Was war das Problem der Eintracht?

          Offensichtlich hat die Sportliche Leitung den Kader und dessen Leistungsfähigkeit falsch eingeschätzt. Jetzt müssen wir den Kader besser zusammenstellen und unser Spielsystem so anpassen, dass wir in Zukunft wettbewerbsfähiger sind.

          Fredi Bobic ist der neue Sportvorstand. Wird der Einfluss von Bruno Hübner bei der Kaderzusammenstellung geringer sein?

          Fakt ist, dass auch mit Heribert Bruchhagen und Bruno Hübner bisher ein Duo gemeinsam in der Verantwortung gestanden hat, an dieser Konstellation ändert sich nichts. Fredi Bobic und Bruno Hübner haben sich bereits intensiv abgestimmt. Bruno Hübner ist ein sehr effizient arbeitender Mann, zum Beispiel bei der Umsetzung von Transfers. Bei unserem Torhüter Lukas Hradecky stand eine Ablösesumme von fünf Millionen Euro im Raum. Hübner hatte aber den Auftrag, ihn für 1,5 Millionen Euro zu bekommen. Unter diesen Umständen wäre ich erst gar nicht aus dem Haus gegangen. Am Ende kam der Transfer für rund 2,5 Millionen Euro zustande. Bruno Hübner macht seine Arbeit mit einer gewissen Chuzpe, die man wohl haben muss, um Eintracht Frankfurt über Wasser zu halten.

          Welche Rolle wird Hübner in Zukunft spielen?

          Er ist der Sportdirektor. In der Transferperiode eins gibt es so um die 20 Transfers bei einem Profiklub: Zehn Spieler kommen, zehn gehen. Diese Anzahl an Transfers würde ich persönlich nicht allein abwickeln wollen. Am Ende dieses Prozesses landen die Dinge auch bei mir, weil ich als Mitglied des dreiköpfigen Hauptausschusses mit unterschreiben muss. Die Transfers müssen sich jeweils im Rahmen des im Aufsichtsrat aufgestellten Etats bewegen. All diese Dinge werden im Team geklärt.

          Wie wird sich die Eintracht bei der Planung des Kaders von der Vorsaison abgrenzen?

          Die Frage muss Fredi Bobic beantworten. Ich will mich nicht einmischen. Aber mehreren Spielern dürfte es in ihrer sportlichen Entwicklung nicht abträglich sein, sich vielleicht bei einem anderen Klub weiterzuentwickeln. Jedenfalls müssen wir die Qualität unseres Kaders insgesamt verbessern.

          Aber dafür braucht die Eintracht Geld.

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