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Prozesse zu Dannenröder Forst : Stinkefinger im Amtsgericht

  • -Aktualisiert am

Polizisten schleifen einen Aktivisten aus dem Dannenröder Forst. Die Aufnahme entstand vor zwei Jahren Bild: dpa

500 Strafverfahren wurden im Zuge der Proteste gegen die Rodung des Dannenröder Forsts eingeleitet. Nun geht die juristische Aufarbeitung dem Ende zu.

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          Der Dannenröder Forst bei Homberg/Ohm avancierte in zweiten Halbjahr 2020 zum Mekka der Klimaaktivisten. Junge Leute aus ganz Europa pilgerten dorthin, um gegen den Weiterbau der A49 zu protestieren. Monatelang lebten sie in selbst errichteten Baumhäusern, um die Baumfällungen zu verhindern. Als die Polizei im Herbst mit einem Großaufgebot anrückte, um die Protestcamps zu räumen, waren Konflikte programmiert. Zwei Monate lang waren ständig mehr als 1000 Beamte im Einsatz, an Spitzentagen das Dreifache. Die meist vermummten Aktivisten protestierten überwiegend passiv, manchmal aber auch nicht. Es kam zu zahlreichen Straftaten. Deren juristische Aufarbeitung befindet sich nun, zwei Jahre später, auf der Zielgeraden.

          Die Polizei registrierte nach eigenen Angaben 1565 Ordnungswidrigkeiten und 472 Straftaten, darunter 127 Fälle von Nötigung, 67 mal Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, 45 mal Landfriedensbruch, 39 mal gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr, 30 einfache sowie zwölf gefährliche Körperverletzungen und zwei versuchte Tötungsdelikte. Bei den Ordnungswidrigkeiten machten Verstöße gegen das Waldschutzgesetz das Gros der Fälle aus. Hinzu kamen falsche Namensangaben und Verstöße gegen die Corona-Verordnung.

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