https://www.faz.net/-gzg-ad13r
Ausgezeichnete Arbeit: Katharina Iskandar berichtet über Fälle von Rechtsextremismus und Terrorismus im Rhein-Main-Gebiet.

SEK-Skandal : Nicht über einen Kamm

SEK-Affäre: Gegen Frankfurter Polizisten wird wegen rechtsextremer Chats ermittelt (Symbolbild). Bild: dpa

Offenbar will man den Eindruck vermeiden, man schere alle Beamten des Frankfurter SEK über einen Kamm. Geht es dabei um Schadensbegrenzung, ist es zu spät. Der Schaden ist längst da, ausgelöst durch die Beamten selbst.

          1 Min.

          Was derzeit im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen Beamte des SEK zu erleben ist, gleicht einem Drahtseilakt. Und zwar in einer Höhe, in der es wehtut, wenn man fällt. Von Tag zu Tag werden die Formulierungen vorsichtiger, wenn es darum geht, was genau die Beamten des Frankfurter Spezialeinsatzkommandos in den Chatgruppen geäußert haben sollen. Offenbar will man mit aller Macht den Eindruck vermeiden, man schere alle über einen Kamm. Inzwischen wird daher fein unterschieden zwischen Gut und Böse. Die einen, die sich aktiv Nachrichten und Bilder gepostet haben. Die anderen, die bloß „Zuschauer“ waren. Und dann gibt es noch die Gruppe jener, die selbst nichts beitrugen, aber nun wegen ihrer „Smileys“ mit unter Verdacht rechter Umtriebe stehen.

          Einfacher macht die notwendige Differenzierung die Situation nicht. Denn sie zeigt, wie sehr Politik und Gesellschaft unsicher werden, wenn es darum geht, etwas zu bewerten, wovon niemand so recht weiß, wie groß das Fehlverhalten eigentlich ist. Gerade für Innenminister Peter Beuth (CDU) ist die Bewertung dessen, was sich in den Chats offenbart, deshalb in gewisser Hinsicht ein Dilemma. Auf der einen Seite wird immer deutlicher, dass nicht alle Chats durchzogen waren von volksverhetzenden Inhalten.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Berlin-Kreuzberg, Görlitzer Park: Polizisten nehmen Drogenhändler in Gewahrsam.

          Die gedopte Gesellschaft : „Kokain ist ungesund und lächerlich“

          Immer mehr Menschen kiffen und koksen, die Profite der organisierten Kriminalität steigen, die Politik sagt aber: Weiter so! Die Drogengesetzgebung dient einer Ideologie, sagt der Autor Norman Ohler.

          Fahrbericht Genesis G 80 : Welch eine Schöpfung

          Hyundai schickt Genesis als eigene Marke ins Rennen um den Kunden. Die Fünf-Meter-Limousine G80 macht den Anfang, weitere Modelle folgen, auch ein rein elektrisches.