https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/sek-skandal-nicht-ueber-einen-kamm-17404119.html
Ausgezeichnete Arbeit: Katharina Iskandar berichtet über Fälle von Rechtsextremismus und Terrorismus im Rhein-Main-Gebiet.

SEK-Skandal : Nicht über einen Kamm

SEK-Affäre: Gegen Frankfurter Polizisten wird wegen rechtsextremer Chats ermittelt (Symbolbild). Bild: dpa

Offenbar will man den Eindruck vermeiden, man schere alle Beamten des Frankfurter SEK über einen Kamm. Geht es dabei um Schadensbegrenzung, ist es zu spät. Der Schaden ist längst da, ausgelöst durch die Beamten selbst.

          1 Min.

          Was derzeit im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen Beamte des SEK zu erleben ist, gleicht einem Drahtseilakt. Und zwar in einer Höhe, in der es wehtut, wenn man fällt. Von Tag zu Tag werden die Formulierungen vorsichtiger, wenn es darum geht, was genau die Beamten des Frankfurter Spezialeinsatzkommandos in den Chatgruppen geäußert haben sollen. Offenbar will man mit aller Macht den Eindruck vermeiden, man schere alle über einen Kamm. Inzwischen wird daher fein unterschieden zwischen Gut und Böse. Die einen, die sich aktiv Nachrichten und Bilder gepostet haben. Die anderen, die bloß „Zuschauer“ waren. Und dann gibt es noch die Gruppe jener, die selbst nichts beitrugen, aber nun wegen ihrer „Smileys“ mit unter Verdacht rechter Umtriebe stehen.

          Einfacher macht die notwendige Differenzierung die Situation nicht. Denn sie zeigt, wie sehr Politik und Gesellschaft unsicher werden, wenn es darum geht, etwas zu bewerten, wovon niemand so recht weiß, wie groß das Fehlverhalten eigentlich ist. Gerade für Innenminister Peter Beuth (CDU) ist die Bewertung dessen, was sich in den Chats offenbart, deshalb in gewisser Hinsicht ein Dilemma. Auf der einen Seite wird immer deutlicher, dass nicht alle Chats durchzogen waren von volksverhetzenden Inhalten.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          „Es reicht aus, wenn man die Muskulatur zweimal die Woche trainiert“, sagt Jürgen Gießing.

          Experte über Krafttraining : Das sind die besten Muskel-Übungen!

          Krafttraining ist gesund – auch im hohen Alter. Ein Experte erklärt, worauf es dabei ankommt, warnt vor den häufigsten Fehlern und verrät, warum regelmäßiges Training sogar das Krebsrisiko reduziert.
          Noch läuft es: Das Kernkraftwerk Isar 2 in der Nähe von Landshut

          Atomenergie : Habecks Kehrtwende reicht nicht

          Der Wirtschaftsminister lässt zwei Atomkraftwerke länger laufen. Was Deutschland wirklich braucht, ist eine unideologische Politik, die viel weiter geht.