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SEK-Affäre in Hessen : „Befremdliche Kultur und Selbstbeweihräucherung“

  • -Aktualisiert am

Im Fokus der Ermittlungen: hessische SEK-Beamte (Symbolbild) Bild: dpa

Eine Sondersitzung des Innenausschusses des Hessischen Landtages zeigt die immer größere Dimension des SEK-Skandals. Zudem fördert sie erstaunliche Details zu Tage.

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          Das Ausmaß der rechtsextremen Chatgruppen innerhalb der Polizei ist weitaus größer als bekannt. Zunehmend wird die Frage nach einem Netzwerk laut, denn nach jüngsten Erkenntnissen stehen Beamte mehrerer Präsidien unter Verdacht. Wie Innenminister Peter Beuth (CDU) am Dienstag in einer Sondersitzung des Innenausschusses mitteilte, haben sich insgesamt 56 Beamte in sieben Chatgruppen zusammengeschlossen, in denen volksverhetzende Inhalte und verfassungsfeindliche Symbole wie Hakenkreuze verschickt worden sind. 13 SEK-Polizisten, die von den Vorwürfen betroffen sind, waren laut Beuth während des rassistisch motivierten Terroranschlags in Hanau am 19. Februar vergangenen Jahres im Einsatz.

          Gegen 24 Beamte wird laut Beuth aber weder strafrechtlich noch disziplinarisch ermittelt, weil es gegen sie keine Vorwürfe gebe. Auf die Frage des Linken-Abgeordneten Hermann Schaus, ob gegen diese Teilnehmer nur deshalb nicht ermittelt werde, weil sie sich nicht aktiv an den Chats beteiligt hätten, antwortete Beuth ausweichend. Offenbar handelt es sich bei der nun größeren Gruppe um 49 aktive Polizeibeamte aus Hessen, sieben der 56 Personen sind keine Polizisten mehr oder haben keinen Bezug zur Polizei.

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