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Innenminister Beuth : Ruhig und souverän

Kann hart durchgreifen: Innenminister Peter Beuth Bild: dpa

Nach der SEK-Affäre ist das Verhältnis zwischen Hessens Innenminister Peter Beuth und der Polizei angespannt. Aus der Krise könnte der Minister aber gestärkt hervorgehen.

          3 Min.

          Am Morgen des 16. März war die Mudra-Kaserne in Wiesbaden gut besucht. Der Ort war mit Absicht gewählt. Das Thema: außerplanmäßige Dienstbesprechung. Dass es nicht darum gehen würde, was für eine gute Arbeit die Polizei leistet oder unter welch harten Bedingungen die Beamten ihren Dienst tun, war jedem klar. Nur wenige Tage zuvor war bekannt geworden, dass in Kassel ein Rettungssanitäter bei einem Einsatz einen auf einer Trage fixierten Ausländer bis zur Bewusstlosigkeit geschlagen hatte, während die Polizei danebenstand.

          Katharina Iskandar
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Beuth hatte genug. Es gab diesen Vorfall in Kassel. Es gab die Chatgruppe im 1. Revier in Frankfurt und die Ermittlungen mit damals noch unbekanntem Ergebnis in Sachen Drohschreiben NSU 2.0. Vorwürfe wie „Racial Profiling“ gingen vor allem in Frankfurt fast jedes Wochenende als neue Beschwerde ein. Und auch damals, Mitte März, war schon bekannt, dass Waffen aus der Frankfurter Asservatenkammer fehlten und ausgerechnet derjenige Polizist für die Waffenasservate zuständig war, der neben seiner Tätigkeit im Frankfurter Präsidium für eine Sicherheitsfirma im Ausland in einer Art paramilitärischer Einheit eingesetzt gewesen sein soll. Beuth sprach in der Mudra-Kaserne von einer neuen Führungs- und Fehlerkultur. Darüber, dass er nicht dulde, wenn Polizisten der Meinung seien, für sie gälten rechtliche und gesellschaftliche Regeln nicht.

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