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Segnung homosexueller Paare : „Die Liebe ist bunt, der Segen ist bunt“

Alle Paare willkommen: der Eingang der Familienkirche St. Mauritius in Frankfurt Bild: Lakuntza, Nerea

Überall im Land setzen sich Katholiken gegen das Verbot der Segnung homosexueller Paare hinweg. Auch die Frankfurter Gemeinde St. Jakobus macht mit. Selbst ein Reformer wie Stadtdekan zu Eltz sieht das „Vorpreschen“ indes kritisch.

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          In der dunklen Kirche erklingt ein Klassiker der Disco-Ära. Die Frau im orange-rosafarbenen Wollpullover, die ihn vorträgt und dazu Keyboard spielt, wiegt den Körper im Takt der Musik, die Augen hat sie fest geschlossen. Mit kräftiger Stimme singt sie die Worte, die den australischen Sänger John Paul Young weltweit bekannt gemacht haben: „Love is in the air“. Über ihr, am Kirchendach, bewegen sich weiße Herzen, eine Videoprojektion. Ein weiteres Videobild wirft einen Schriftzug auf den imposanten, aus Holz geschnitzten Hochaltar. „Liebe gewinnt“ ist dort zu lesen. In einem Bastkorb liegen Armbänder parat, die die Kirchenbesucher am Ende des Abends mitnehmen sollen. In Regenbogenfarben.

          Alexander Jürgs
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dieser Gottesdienst am Montagabend, in der katholischen Kirche St. Mauritius im Frankfurter Stadtteil Schwanheim, ist ungewöhnlich, ein Zeichen des Protests und Teil einer bundesweiten Aktion. In mehr als 100 Gemeinden in Deutschland setzen sich in diesen Tagen katholische Priester und Gläubige über das vatikanische Verbot der Segnung homosexueller Paare hinweg. Der Hashtag „Liebe gewinnt“ ist das Motto ihres Aufstands gegen die Glaubenskongregation, die das Segnungsverbot gerade erst, im März, bekräftigt hat.

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