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Seeheim-Jugenheim : Holocaust-Ausstellung bleibt trotz Stolperstein-Attacke

  • Aktualisiert am

Zweckentfremdet: Stolpersteine wie diese hier sollen an NS-Opfer erinnern, in Seeheim-Jugenheim wurden Exemplare aber als Wurfgeschosse missbraucht Bild: Slesiona, Patrick

Seeheim-Jugenheim bleibt dabei: Gewalt wird die Stadt nicht daran hindern, mit einer Ausstellung an den Holocaust zu erinnern. Die Grünen im Landtag verurteilten den jüngsten Wurfangriff und nennen die Aktion „erbärmlich“.

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          Die Stadt Seeheim-Jugenheim hält nach einem Wurfangriff vermutlich rechtsgerichteter Täter auf Rathausfenster an einer Holocaust-Ausstellung fest. „Wir werden wie geplant weitermachen“, sagte der Sprecher der südhessischen Kommune, Karsten Paetzold,. „Sonst hätten die Täter ihr Ziel erreicht.“

          Mit zwei sogenannten Stolpersteinen waren in der Nacht zum
          Mittwoch zwei Fenster des Rathauses von Seeheim-Jugenheim im Kreis Darmstadt-Dieburg zerstört worden. Es war der zweite Angriff innerhalb weniger Wochen. Die Polizei hat noch keine konkrete Spur, vermutet die Täter aber im rechten Spektrum.

          In der Nähe des Rathauses wird noch bis Ende Januar eine Fotoausstellung zum Alltag jüdischer Kinder während des Holocausts gezeigt. Anlass der Ausstellung ist der Holocaust-Gedenktag am 27. Januar. Er erinnert an die Befreiung der Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee 1945.

          „Erbärmlicher Angriff“

          Stolpersteine sollen bundesweit an die Opfer des Nazi-Terrors erinnern. Sie werden vor deren einstigen Wohnhäusern verlegt.

          Die Grünen im hessischen Landtag verurteilten den Angriff. „Allein der Diebstahl der Gedenksteine für Opfer des Nationalsozialismus ist erbärmlich“, erklärt die Kulturexpertin Martina Feldmayer. „Mit den Stolpersteinen das Rathaus zu beschädigen, in dem derzeit eine Ausstellung über jüdische Kinder während des Holocaust gezeigt wird, zeigt die menschenunwürdige Einstellung der Täter.“ Die Verlegung von Stolpersteinen sei „eine wertvolle Initiative zum Erhalt des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“.

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