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Carsten Knop

Trotz der Corona-Lockerungen : Schwimmer auf dem Trockenen

  • -Aktualisiert am

Hütchenspiel: In hessische Hallenbäder dürfen noch keine Schwimmer Bild: dpa

In dem Bemühen, mit Verstand sukzessive mehr Freiheiten trotz aller Corona-Restriktionen zu ermöglichen, bleiben die Schwimmer auf dem Trockenen. Aber mindestens einen Neubeginn für die Vereine muss es endlich geben.

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          Der Vereinssport Schwimmen hat keine Lobby, auch wenn der zuständige Minister betont, die Sportart liege ihm am Herzen. Das mag zwar so sein. Aber in der Trainingsrealität der Schwimmer in Hessen kommt davon nichts an. So gilt Schwimmen zwar als gesund, zudem wird beklagt, dass die Schwimmkenntnisse insgesamt in der Bevölkerung immer schlechter würden. Aber in dem Bemühen, mit Verstand sukzessive mehr Freiheiten trotz aller Corona-Restriktionen zu ermöglichen, bleiben die Schwimmer auf dem Trockenen.

          Das heißt, dass seit zwei Monaten kein Trainingsbetrieb und kein Wettkampf mehr möglich sind. Wer nicht schwimmt, mag darüber mit den Achseln zucken. Tatsächlich aber ist eine Leistungsgruppe in einem ordentlichen Schwimmverein fünfmal in der Woche unter den Augen ihres Trainers aktiv. Zwar bemühen sich die Vereine, diesen Ausfall durch Trainingspläne zu kompensieren, die individuell „an Land“ zu absolvieren sind. Doch gibt es Gründe, warum sich Schwimmer für ihren Sport entschieden haben, und die könnten damit zusammenhängen, dass man nicht so gerne läuft wie Leichtathleten. Einmal abgesehen davon, dass es natürlich auch Trainer gibt, die jetzt in wirtschaftlichen Nöten sind, gilt vor allem, dass die Nichtöffnung der Freibäder für den Vereinssport nicht nachzuvollziehen ist.

          Endlich wieder schwimmen

          Denn eine Ansteckung mit dem Coronavirus im Chlorwasser gilt als unwahrscheinlich. Und: Man könnte gerade in den Vereinen Regeln durchsetzen, auf deren Einhaltung sich die Politik verlassen kann. Die Sportler würden nichts lieber tun, wenn sie sich nur an diese Vorgaben halten müssen, um endlich wieder schwimmen zu können. So mag Vorsicht insgesamt nachvollziehbar sein. Aber mindestens einen Neubeginn für die Vereine muss es endlich geben.

          Sonst kann Hessen seinen Schwimmnachwuchs bald vergessen. Die Eindrücke aus dem Vereinssport könnten zudem weiteren Nutzen stiften: Auf ihrer Basis ließen sich belastbar Regelungen erarbeiten, wie viele Schwimmer gleichzeitig ihre Bahnen ziehen dürfen und wo sich die Gäste umziehen können, um die Bäder schließlich wieder einem größeren Kreis zugänglich zu machen. Oder man schaut einfach nach Nordrhein-Westfalen. Dort machen die Freibäder am 20. Mai auf, unter Auflagen, für jedermann.

          Carsten Knop
          Herausgeber.

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