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Schwierigkeiten bei Südumfliegung : Schlaf von Flughafen-Anwohnern wird untersucht

  • Aktualisiert am

Eine zentrale Forderung vieler Flughafen-Anwohner in und um Frankfurt Bild: Eilmes, Wolfgang

Verkabelt mit Elektroden, sollen 300 Anwohner des Frankfurter Flughafens ihren Nachtschlaf messen lassen - für eine Studie. Derweil plagen sich Piloten mit Schwierigkeiten bei der Südumfliegung herum.

          Rund 300 Anwohner des Frankfurter Flughafens sollen ihren Schlaf für die Lärmwirkungsstudie Norah untersuchen lassen. Drei Nächte lang müssen die Probanden dafür selbst zwei Elektroden anlegen. Mit den Geräten sollen Aufwachreaktionen gemessen werden. Die Daten würden automatisch gespeichert, sagte Günter Lanz vom Forum Flughafen & Region. Die Ergebnisse fließen in die Norah-Studie ein, die langfristige Auswirkungen von Verkehrslärm - nicht nur von Flugzeugen - untersucht.

          Die Teilnehmer der Studie sollen aus stark vom Fluglärm betroffenen Kommunen kommen, dort mindestens seit einem Jahr leben, nicht schwerhörig sein und keine Herzrhythmusstörungen haben. Je Nacht erhalten sie eine Aufwandsentschädigung von 50 Euro, wie es heißt.

          Abends nicht mehr auf der Startbahn West

          Die aus Lärmschutzgründen eingeführte Südumfliegung am Frankfurter Flughafen macht den Piloten Probleme. Deshalb will die Deutsche Flugsicherung (DFS) spätabends nicht mehr von der Startbahn West starten lassen, sondern nur noch von der nördlichen Zentralbahn. Betroffen seien in der Stunde vor dem Beginn des Nachtflugverbots um 23 Uhr zehn Abflüge von der Startbahn West, sagte DFS-Sprecher Axel Raab in Raunheim. Ziel sei es, den Engpass am späten Abend zu beseitigen und alle Flugzeuge rechtzeitig in die Luft zu bringen. Die Verlagerung der Starts auf die nördliche Startbahn würde Gebieten westlich des Flughafens mehr Lärm bringen.

          Die Südumfliegung wurde für Maschinen mit Ziel im Norden eingeführt, um Regionen im Westen des Flughafens zu entlasten. Maschinen fliegen dafür nach dem Start zunächst eine weite Südkurve, um erst danach in größerer Höhe nach Norden abzudrehen. Es habe sich herausgestellt, dass einige Piloten die Kurve zu weit fliegen und damit auf Kollisionskurs zu startenden Maschinen von der Startbahn West geraten könnten.

          Kein Votum der Fluglärmkommission

          Raab stellte den DFS-Vorschlag der Frankfurter Fluglärmkommission (FLK) vor. Dieses beratende Gremium habe dazu kein Votum abgegeben, sagte FLK-Vorsitzender Thomas Jühe. Die Mehrheit der Kommission sei sich aber einig, dass es spätabends so wenig Flüge wie möglich geben solle.

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