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Schwalbach : Zwei Drittel für die Amtsinhaberin

Wiedergewählt: Christiane Augsburger mit ihrem Mann Herbert Mai und der Schwalbacher SPD-Vorsitzenden Nancy Faeser (rechts). Bild: Kretzer, Michael

Christiane Augsburger (SPD) bleibt Bürgermeisterin von Schwalbach. Die Sozialdemokratin ist am Sonntag im Amt bestätigt worden - mit mehr als 70 Prozent der Stimmen.

          2 Min.

          Der Trend ist ein Genosse, und er gibt schon mit dem ersten Ergebnis die Richtung vor. 71,4 Prozent erzielt Christiane Augsburger (SPD) in einem Wahllokal der Geschwister-Scholl-Schule. Als das Ergebnis um 18.24 Uhr angezeigt wird, bricht Jubel im engen Foyer des Schwalbacher Rathauses aus. Zwar kann Konkurrent Axel Fink (CDU) mit der Friedrich-Ebert-Schule kurzzeitig ein wenig dagegenhalten – 40,5 Prozent lautet dort sein Ergebnis. Doch es bleibt sein bestes, so dass auch am Ende des Abends die Amtsinhaberin uneinholbar vorn liegt.

          Bernhard Biener
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Mit 66,2 Prozent der Stimmen wird Augsburger für eine zweite Amtszeit als Bürgermeisterin bestätigt. Eine Steigerung gegenüber 2008, als sie mit 58,1 Prozent gewann. Der ehrenamtliche Stadtrat Fink bleibt, bei einer Wahlbeteiligung von 52,2 Prozent, mit seinem Ergebnis von 33,8 Prozent nicht nur hinter den eigenen Erwartungen zurück.

          „Ich freue mich riesig“

          Kurz vor 19 Uhr kommt Augsburger mit ihrem Mann Herbert Mai, der Schwalbacher SPD-Vorsitzenden Nancy Faeser und Fraktionschef Hartmut Hudel die Treppe vom Obergeschoss herunter. „Ich freue mich riesig“, sagt sie nach dem ersten Applaus. „Wir uns auch!“, ruft eine Frau und löst damit nochmals Gejohle aus. Mehr als sechs Jahre gute Politik seien belohnt worden, sagt die 53 Jahre alte Bürgermeisterin. Mit einem derartigen Sieg habe sie nicht gerechnet. „Schließlich gibt es in der Kommunalpolitik vorher keine Umfragen.“ Ganz ähnlich äußert sich Fink, nachdem er Augsburger gratuliert hat. „In dieser Deutlichkeit hat mich das Ergebnis überrascht.“

          Die Analysen von Amtsinhaberin und Herausforderer fallen allerdings unterschiedlich aus. „Wir haben versucht, mit Themen Wahlkampf zu machen“, sagt der 36 Jahre alte CDU-Kandidat. Diese seien aber bei weiten Teilen der Bevölkerung nicht angekommen. Als Mehrheitsfraktion habe die CDU an Themen wie Fernwärme oder Sicherheit eher parlamentarisch als in der Öffentlichkeit gearbeitet. Vielleicht habe man sie jetzt zu spät zur Sprache gebracht, so dass sie unter Wahlkampfverdacht geraten seien. Fink erkannte an, dass die Bürgermeisterin bei den Vereinen sehr präsent sei. Es sei ihr gelungen, erfolgreich auf die Sympathie für die Amtsinhaberin zu setzen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Christian Fischer bedauerte, dass die Union nicht mit ihrem engagierten jungen Kandidaten habe dagegenhalten können.

          Auf den zuletzt aggressiveren Wahlkampf des Herausforderers hat die SPD nach den Worten ihrer Vorsitzenden Faeser „sehr bewusst“ nicht ähnlich reagiert. „Es ist gut für die politische Kultur, dass dieser Stil keine Mehrheit gefunden hat“, ergänzt der Fraktionsvorsitzende Hudel. Fink hingegen bezeichnet die eigenen Aussagen als zugespitzt, aber in der Sache richtig. „Von Eschborner Verhältnissen sind wir meilenweit entfernt.“

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