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Schulstart in Hessen : Masken auch drinnen, Sport nur draußen

Fenster auf: In vielen Schulen trugen die Schüler am Montagmorgen Winterjacken. Manche wünschen sich deshalb Luftfilter. Bild: dpa

Nach den Herbstferien gelten in den Schulen schon wieder neue Regeln. Es wird kühler, aber Lüften muss sein. Und manch ein Lehrer gibt digitale Hausaufgaben – zum Üben.

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          Nach den Herbstferien ringen Lehrer, Familien und Politiker darum, dass weiterhin möglichst normaler Unterricht stattfinden kann. Wegen der steigenden Corona-Zahlen im Rhein-Main-Gebiet stellen sich alle Beteiligten gleichzeitig darauf ein, dass die Schulen womöglich auf Distanzunterricht umstellen müssen – wenigstens zum Teil.

          Florentine Fritzen

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Am Montag erinnerten Schulleiter und Lehrer ihre Schüler an die Hygieneregeln, vor allem an das Maskentragen. In den besonders betroffenen Landkreisen Groß-Gerau, Hochtaunus, Main-Taunus, Main-Kinzig und Rheingau-Taunus sowie in den Städten Frankfurt, Wiesbaden, Offenbach und Darmstadt müssen Schüler von der fünften Klasse an für zwei Wochen auch im Unterricht wieder Masken tragen. Bei den Jüngeren dringen einige Eltern ebenfalls darauf, dass wenigstens ihre eigenen Kinder während der Schulstunden den Mundschutz aufbehalten.

          Nach den Sommerferien war das Maskentragen beherrschendes Thema in Diskussionen über das Kindeswohl. Inzwischen sind die Klagen über Kopfweh verhallt. Eltern berichten immer öfter, dass ihre Kinder mittags mit Mundschutz vor der Wohnungstür stehen, weil sie völlig vergessen haben, ihn abzusetzen. Auch in Verlautbarungen von Verbänden wird über ein neues Thema gestritten: das Lüften. Das hessische Kultusministerium verlangt Stoßlüften alle 20 Minuten oder nach den Berechnungen einer Kohlendioxid-App. Während etwa die Stadt Frankfurt davon ausgeht, dass dabei keine der 167 Schulen größere Probleme haben dürfte, verweisen die Lehrergewerkschaften GEW und VBE auf eine Studie der Universität Frankfurt. Die Forscher hatten Luftreiniger getestet und für sinnvoll erachtet.

          Lüften alleine reicht nicht

          Der Hessische Philologenverband ist zwar der Ansicht, dass „man der Schülerschaft den Unterricht im winterlichen Outfit zumuten kann“. Aber Lüften allein reiche nicht. Deshalb müsse die Abstandsregel auch im Klassenzimmer gelten. Das ist nur möglich, wenn Klassen geteilt werden und die Gruppen im Wechsel in die Schule kommen und zu Hause unterrichtet werden. Die Schulen wappnen sich dafür – wenn auch verschieden intensiv. Klassenlehrer sammeln spätestens in diesen Tagen Einverständniserklärungen der Eltern für Videokonferenzen ein. Manch ein Fachlehrer gab am Montag vorsorglich die Hausaufgabe, sich auf der Lernplattform Moodle ein Arbeitsblatt herunter- und es anschließend ausgefüllt hochzuladen – um das einzuüben.

          Das Kultusministerium ermöglicht es Schulen seit kurzem, in höheren Klassen bis zu ein Viertel des Präsenzunterrichts durch „digitalgestützten Distanzunterricht“ zu ersetzen, bei Berufsschülern sogar die Hälfte. Solche Hybridmodelle heißt auch das Staatliche Schulamt Frankfurt gut. Die Initiative „Familien in der Krise“ dagegen lehnt einen Schichtbetrieb ab: Es sei mit langfristigen Schäden bei Jugendlichen zu rechnen, wenn der Präsenzunterricht verringert werde.

          Am Montag früh herrschten in der Region zwar einstellige Temperaturen, aber vormittags zeigte sich vielerorts die Sonne. Das machte nicht nur das Lüften leichter. Auf wenig Widerstand stieß offenbar eine weitere neue Regel. Die besonders betroffenen Städte und Kreise hatten sich mit Sozialminister Kai Klose (Die Grünen) nämlich nicht nur auf die Maskenpflicht im Unterricht geeinigt. Sondern auch darauf, Schulsport von der fünften Klasse an im Freien zu empfehlen.

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