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Schule digitalisieren : Für jeden Schüler 540 Euro

  • -Aktualisiert am

Kreidefrei: Interaktive Tafeln, hier an einer Grundschule in Grävenwiesbach, steht auf dem Wunschzettel vieler Schulen. Bild: Frank Röth

Hessische Schulträger können fast 500 Millionen Euro in die Digitalisierung investieren. Geld fließt aber nur dann, wenn die Schulen wissen, was sie mit der Technik anfangen wollen.

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          Die Stadt Offenbach war am schnellsten. Vier Anträge zur Digitalisierung von Offenbacher Schulen liegen der Hessischen Wirtschafts- und Infrastrukturbank bereits vor. Das ist fix, denn offiziell eingeleitet wurde die Verwirklichung des hessischen Digitalpakts Schule erst gestern im Wiesbadener Finanzministerium, auch wenn bereits seit Anfang Dezember Förderanträge gestellt werden dürfen. Es geht um viel Geld: Knapp 500 Millionen Euro stehen in den nächsten fünf Jahren zur Verfügung, um in die digitale Zukunft investiert zu werden. Wie das ablaufen soll und was dafür vorausgesetzt wird, erklärten Digitalministerin Kristina Sinemus (parteilos) und Kultusminister Alexander Lorz (CDU) während zwei Veranstaltungen den mehr als 100 Vertretern von Schulträgern, also Städten, Kreisen und privaten Schulbetreibern.

          „Wir sind schussbereit“, hatte zuvor Finanzstaatsekretär Martin Worms (parteilos) gesagt und die finanziellen Rahmenbedingungen erläutert. Von den genannten knapp 500 Millionen Euro zahlt der Bund etwa 372 Millionen Euro. Die restlichen 124 Millionen Euro übernehmen das Land Hessen (75 Millionen Euro) und die öffentlichen und privaten Schulträger. Dabei übernimmt das Land für Landesschulen, Pflegeschulen und länderübergreifende Maßnahmen den kompletten hessischen Eigenanteil, während für die anderen Schulen die Schulträger die Hälfte selbst beitragen müssen. So ist es laut Worms gelungen, den Eigenanteil, der laut Gesetz zehn Prozent betragen muss, auf 25 Prozent zu erhöhen. „Damit sind wir einzigartig in der Republik“, sagte er.

          Für die Städte und Landkreise stehen nun jeweils Millionensummen zur Verfügung. So sind für Frankfurt knapp 50 Millionen Euro vorgesehen, Wiesbaden kann bis zu 20,5 Millionen Euro abrufen und die Stadt Offenbach fast zehn Millionen Euro. Für Darmstadt sind knapp 14 Millionen Euro vorgesehen und für die Kreise Hochtaunus und Main-Taunus jeweils rund 15 Millionen Euro. Auf die Frage, was geschieht, wenn etwa ein Schulträger nicht die volle Summe abruft, antwortete Worms: „Das Interesse wird groß sein. Wir gehen davon aus, dass das Geld komplett abgerufen wird.“ Rein rechnerisch stehen für jeden hessischen Schüler inklusive des Eigenanteils etwa 540 Euro zur Verfügung. Das sind 108 Euro im Jahr je Schüler, was bereits vorab von der Opposition und der Lehrergewerkschaft GEW als zu wenig kritisiert wurde. Zudem wurde der hohe Eigenanteil der Schulträger moniert.

          Fortbildungen, Whiteboards und digitale Strukturen

          Auch wenn für die jeweiligen öffentlichen Schulträger das Investitionsvolumen in der Summe feststeht, ist offen, welche Förderung die einzelnen Schulen in einer Stadt oder einem Landkreis erhalten. Damit die Schulen die Förderung erhalten, müssen sie ein sogenanntes pädagogisch-technisches-Einsatzkonzept und eine Fortbildungsplanung für ihre Lehrer vorweisen, die wiederum Teil des schulischen Medienbildungskonzepts sind. „Wir wollen sicherstellen, dass die Schulen wissen, was sie mit der Technik anfangen wollen“, sagte der Kultusminister. Auf die Frage, ob nicht Brennpunktschulen gegenüber Gymnasien benachteiligt seien, antwortete er, dass es in den Brennpunktschulen vorrangig um die Vermittlung von Basisqualifikationen gehe. Die Lehrer an den Brennpunktschulen würden aber auch fortgebildet, um die digitalen Unterrichtsmaterialien einzusetzen. „Die werden schon nicht hinten runter fallen“, zeigte sich Lorz überzeugt.

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