https://www.faz.net/-gzg-9uhrj

Schule digitalisieren : Für jeden Schüler 540 Euro

  • -Aktualisiert am

Mit dem Geld sollen beispielsweise sogenannte Whiteboards, also elektronische Tafeln, und Tablets angeschafft, digitale Strukturen aufgebaut und Lehrer-Fortbildungen finanziert werden. Die etwa 200 Schulträger im Land müssen dafür einen Antrag bei der hessischen Wirtschaftsbank einreichen, die ihn prüft und das Ergebnis an das Kultusministerium weiterleitet. Das prüft ebenfalls und leitet den Antrag an das Finanzministerium weiter. Auch das prüft und bewilligt den Antrag. Das Ergebnis wird der Bank mitgeteilt. Der Eigenanteil wird als Kredit an die Schulträger vergeben und das Land übernimmt die Hälfte von Zins und Tilgung. Anfang 2020 sollen die ersten Förderanträge bewilligt werden. Ob und wie der Pakt nach dem Auslaufen 2024 fortgesetzt wird, steht laut Lorz noch nicht fest. Er wird in Hessen mit vielen Maßnahmen flankiert. Dazu zählen etwa die Verdopplung des Fortbildungsbudgets in den Schulen, ein pädagogischer Tag „Digitale Schule“ und regionale Fachforen sowie Fortbildungen für die Schulleiter.

Damit der Digitalpakt funktioniert, benötigen Hessens Schulen schnelle Internetanschlüsse. Digitalministerin Sinemus bezeichnete das als „unverzichtbare Grundlage“. Ende 2019 sind ihrer Aussage nach von 2005 hessischen Schulen 816 an das Glasfasernetz angeschlossen und bei weiteren rund 900 Schulen sei dieser Anschluss bereits beantragt. Sie geht davon aus, dass 2022 alle Schulen mit einer schnellen Internetverbindung ausgerüstet sind. Das Land beteiligt sich mit 26,7 Millionen Euro an der Finanzierung. Um weitergehende Fragen zur Digitalisierung beantworten zu können, soll eine „Servicestelle für verantwortungsvolle Mediennutzung“ eingerichtet werden, die beim Kultusministerium angesiedelt ist.

Um 26 Schulen in Gießen kümmert sich Uta Hinkelwein als Leiterin des dortigen Schulverwaltungsamtes. Sie hat Bedenken, dass die laufenden Kosten nicht durchfinanziert sind. Für einen Laptop sei von einer fünfjährigen Lebensdauer auszugehen. „Wer bezahlt danach den neuen Laptop oder eventuelle Reparaturen?“, fragt sie und äußert die Sorge, dass die Schulträger auf den Folgekosten sitzenbleiben könnten. Für die Stadt Gießen sind neun Millionen Euro Förderung abrufbar.

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hätte gern 300.000 Euro für die digitale Ausstattung ihrer vier hessischen Schulen. Laut René Roos, Verwaltungsdirektor des kirchlichen Schulwerks, liegen die Antragsentwürfe bereits in der Schublade. Er war gestern zur Info-Veranstaltung gekommen, um zu prüfen, ob die Anträge die Voraussetzungen erfüllen. Auf die Frage, ob die 300.000 Euro reichen, um die vier Schulen in das digitale Zeitalter zu führen, antwortet er: „Das ist abbildbar.“

Weitere Themen

Von Goethe bis Ebbel Video-Seite öffnen

Quiz zu 75 Jahre Hessen : Von Goethe bis Ebbel

Die Hessen haben ein Lieblingsgetränk, ihr Bundesland hat eine geographische Mitte und große Namen spielen eine Rolle und das Land hat Nachbarn. Ein Quiz zum 75. Jahrestag der Gründung des Bundeslands in Deutschlands Mitte.

Topmeldungen

In jungen Jahren legen Kinder ihr Taschengeld gerne in Eis an. Später ist Eis für Erwachsene immer noch eine Verführung, spielt aber eher eine Nebenrolle in der Geldanlage.

Wirtschaftsbildung an Schulen : Altersvorsorge? Ganz weit weg!

Die Rente ist ganz und gar nicht mehr sicher. Deswegen raten alle zur privaten Vorsorge über die lange Strecke. Wenn Kinder und Jugendliche aber nicht an dieses Thema herangeführt werden, dann wird das nichts.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.