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Schrebergärten-Vereine : Tschüs, Spießer!

Den Spießer-Ruf ablegen: Ein Haus des Schrebergarten-Vereins Nidda-Ufer. Bild: Michael Kretzer

Schrebergärten-Vereine sind nicht mehr das, was sie mal waren. Eine neue Generation hat die Vorstände erobert. Seitdem weht ein Hauch von Anarchie durch die Gartenkolonien.

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          Johannes Canisius hält nichts von Gartenzwergen. Sein Rasen ist clean, keine Figur, die auf einem Fliegenpilz sitzt, auf einem Rehkitz reitet oder die Gießkanne schwingt. Im Kleingarten von Canisius modert stattdessen ein Misthaufen. Wobei „Misthaufen“ nicht der korrekte Begriff ist, Canisius nennt seinen Kompost fälschlicherweise so, aber das würde auch nur ein Gartenzwerg-Liebhaber monieren. Der falsche Misthaufen türmt sich also in Canisius’ Garten, hinten in einer Ecke, nicht besonders breit, aber doch in einer beachtlichen Höhe und ganz ohne Umzäunung. „So etwas könnte der Vorstand beanstanden“, sagt Canisius.

          Sarah Obertreis
          Redakteurin im Ressort „Gesellschaft & Stil“.

          Gut für ihn, dass der Vorstand des Kleingärtnervereins Nidda-Ufer den Misthaufen nie beanstanden wird, denn Canisius selbst ist der Vorstand. Es ist vier Jahre her, dass der 51 Jahre alte Chemiker seiner Frau seine Sehnsucht nach einem Schrebergarten gestand. Sie hätte spotten können: „Was?! Wie spießig!“ So wie es einige Bekannte tun, wenn sie hören, dass Canisius der Vorsitzende eines Kleingartenvereins ist. Doch es stellte sich heraus, dass sich auch Canisius’ Frau schon seit geraumer Zeit einen Kleingarten wünschte.

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