https://www.faz.net/-gzg-8wftm

Eintracht Frankfurt : Schmerzen, Probleme, Hoffnungen

Am Montag waren Pylone ein Hindernis - am Sonntag können es für Kovac und die Eintracht die Gladbacher sein. Bild: Jan Huebner

Die Eintracht möchte mit einem Erfolg in den Schlussspurt der Saison starten. Einfach wird das nicht: Der Gegner heißt Gladbach, und Kovac muss improvisieren.

          2 Min.

          Der Wunsch ist verständlich. „Verloren haben wir genug. Jetzt wollen wir wieder gewinnen.“ Gesagt hat dies Armin Reutershahn. Die Aussage hätte auch von seinem Chef kommen können. Doch der Trainer der Frankfurter Eintracht wird sich erstmals in dieser Woche an diesem Freitag äußern und einen Ausblick auf das geben, was sein Assistent Reutershahn am Donnerstag als „wegweisende Woche“ bezeichnete. Für die Eintracht könnte die folgende englische Woche komprimierter nicht sein. Am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach, am Dienstag beim 1. FC Köln, am Freitag abermals zu Hause gegen Werder Bremen. „Neun Punkte sind zu vergeben“, rechnete Reutershahn korrekt vor. Von der Anzahl, die die Eintracht holt (oder auch nicht), wird in nicht unerheblichem Maße abhängen, wie sich der Schlussspurt der Frankfurter Fußballprofis in der Bundesliga gestalten könnte.

          Sicher ist: Die Personallage ist wieder einmal angespannt. Der Eintracht-Assistenztrainer vermied es zwar, ein präzises Zeitfenster für eine mögliche Rückkehr des Rechtsverteidigers Guillermo Varela (Fußverletzung) zu nennen. „Schließlich bin ich kein Arzt.“ Doch seinen Worten war durchaus zu entnehmen: Der Mann aus Uruguay, noch bis Ende Juni von Manchester United an die Eintracht ausgeliehen, wird in dieser Saison nicht mehr seine Schuhe für erstklassige Einsätze schnüren.

          „An die Hinserie anknüpfen“

          Auch bei Danny Blum sieht es nicht gut aus – zumindest für das Spiel am Samstag unter Flutlicht gegen Gladbach (Anpfiff 18.30 Uhr). „Es wird ganz eng“, prognostizierte Reutershahn. Blum, zuletzt mit passablen Arbeitsproben aufgefallen, kann seit zwei Tagen schon wegen Magen-Darm-Problemen nicht aktiv dabei sein, sich im Trainingsbetrieb auf die schwere Prüfung gegen die Borussia vorzubereiten. Und dass Alexander Meier auf keinen Fall fit wird, machte schon zur Wochenmitte die Runde. Reutershahn, der am Donnerstag das Gespräch mit dem Kapitän suchte, berichtete von „Schmerzen unter dem Fuß. Alex kann nur Fahrrad fahren. Jeder Schritt in Fußballschuhen bereitet ihm Probleme.“

          Probleme bei der Eintracht? Gibt es vorne wie hinten. Die zweitschlechteste Rückrundenmannschaft erzielt kaum Tore (lediglich vier), und in der Defensive gilt es, nach dem Ausfall von Makoto Hasebe Grundsatzentscheidungen über die taktische Marschroute zu treffen. Dreierkette, Viererkette, Fünferkette: Bei der Eintracht ist – nicht nur im mit 51 500 Zuschauern ausverkauften Heimspiel gegen die spielstarken Gladbacher – im Wortsinne alles möglich. „Wir denken an alles“, sagte Reutershahn. „An alle Systeme. Wir sind in der Diskussion und können uns alles vorstellen“, so Reutershahn diplomatisch. Das Trainerteam kann sich vor allem vorstellen, dass das 0:0 gegen den HSV wirklich die Trendwende zum Guten gewesen ist.

          Die punktspielfreie Zeit wegen der Länderspielpause habe man optimal genutzt. „Wir haben sehr gute Trainingseindrücke gewonnen“, sagte Reutershahn. „Die Mannschaft hat hervorragend trainiert. Aber wir müssen es jetzt auch auf dem Platz umsetzen und an die Hinserie anknüpfen.“ Dort lief es deutlich besser für die Eintracht, die sich phasenweise sogar auf Tabellenplatz drei wiederfand.

          Die Zuschauer mitnehmen

          Das war einmal. Ebenso wie die „Jagd nach den zweiten Bällen“, zu der Kovac vor der Partie gegen Hamburg aufgerufen hatte. Das Spiel gegen Mönchengladbach wird anders laufen, denn die Borussia spielt kultivierter, gepflegter und ansehnlicher als der HSV. Das hängt nicht nur mit der individuellen Qualität der Spieler zusammen, sondern auch mit der Art und Weise, wie der neue Trainer Dieter Hecking mit Ruhe und Augenmaß die Elf vom Niederrhein neu justiert hat. Toreschießen kann die Borussia (15 Rückrundentreffer) wieder vorzüglich, schnell von Abwehr auf Angriff umschalten auch.

          Kurzum: Die Eintracht wird in höchstem Maße gefordert sein. Wie auch am Ende des Monats April, wenn sich beide Mannschaften – dann im Halbfinale des DFB-Pokals – ein zweites Mal gegenüberstehen werden. Für das erste Duell setzt Reutershahn im Übrigen auch darauf, „dass wir von Beginn an wieder die Zuschauer mitnehmen. Von ihnen sind wir zuletzt immer getragen worden.“

          Weitere Themen

          Kopflos im Titelkampf

          BVB patzt gegen Mainz : Kopflos im Titelkampf

          Borussia Dortmund zeigt sich beim 1:1 gegen Mainz wieder einmal als wankelmütiger Riese. Dabei hätte der BVB die Partie binnen zwei Minuten drehen können. So bleibt Schwäche der Bayern ungenutzt.

          Topmeldungen

          Pläne der Bahn : Zugfahren nur noch mit FFP2-Maske?

          Die Deutsche Bahn denkt über eine FFP2-Maskenpflicht in sämtlichen Regional- und Fernzügen nach. Das würde einen Bedarf von Millionen Masken täglich bedeuten. Und es gibt noch weitere Probleme.
          Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank

          F.A.Z. Exklusiv : Die Deutsche Bank ruft nach mehr Staat

          Das Frankfurter Geldhaus sieht die gemeinsamen Corona-Hilfskredite von KfW und Geschäftsbanken als Erfolgsmodell. So sollte nun auch die Transformation der Wirtschaft in Bereichen wie Verkehr und Künstlicher Intelligenz finanziert werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.