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Schloss Lichtenberg : Beliebter Wohnsitz seit der Jungsteinzeit

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Hotel im "Höhenluftkurort", Erholungsheim der Nationalsozialisten oder sicheres Lager für Karteien der Landesversicherungsanstalt Hessen: Schloss Lichtenberg hat eine bewegte Geschichte erlebt. Erbaut hat es der Landgraf Georg I.

          Hotel im „Höhenluftkurort“, Erholungsheim der Nationalsozialisten oder sicheres Lager für Karteien der Landesversicherungsanstalt Hessen: Schloss Lichtenberg hat eine bewegte Geschichte erlebt. Erbaut hat es der Landgraf Georg I. von Hessen-Darmstadt von 1571 bis 1580.

          Das Schloss „uff dem lichten Berge“ gilt damit als ältestes Renaissance-Gebäude Südhessens. Es wurde zum Vorbild weiterer Renaissance-Bauten, so auch der Darmstädter Residenz. Als der Landgraf den Baumeister Jakob Kesselhuth 1570 mit dem Schloss in Lichtenberg beauftragte, blieb die dort stehende Burg in Teilen erhalten.

          Denn bewohnt war der Berg schon lange bevor Georg I. sich entschied, hier seinen Zweitwohnsitz zu nehmen. Schon in der Jungsteinzeit standen dort bäuerliche Siedlungen, die Kelten legten im letzten vorchristlichen Jahrhundert einen Ringwall an, und im 12. Jahrhundert erbauten die Grafen von Katzenelnbogen eine Burg auf den Überresten der vorgeschichtlichen Wehranlage. Die Landgrafen von Hessen übernahmen dieses Erbe 1479, als die Linie der Grafen ausgestorben war, und errichteten 1503 einen Geschützturm, der noch heute gemeinsam mit dem Schloss die Silhouette des Ortes prägt.

          Während des Dreißigjährigen Krieges diente das Schloss den Landgrafen als Zufluchtsort vor marodierenden Soldaten und der Pest. Der Lichtenberger Amtmann Heinrich Dietrich von Grünrodt berichtete: „Ist ein schönes Schloss, darauf gesunde Luft, gute Sicherheit, das Amtshauß, wie auch Küch, Keller, Speicher und Stallung bequem, die Predig gut und in der Nähe“, und lobte außerdem die „gute Wayde fürs Viehe“, den „schönen Krautacker“ und die Jagd nach „Haasen, Füchsen und Rehen“. So nutzten die Nachfolger Georgs I. das Lichtenberger Schloss auch hauptsächlich als Jagdsitz. Mit dem 1742 ganz in der Nähe, in Ober-Ramstadt, geborenen Schriftsteller und Physiker Georg Christoph Lichtenberg teilt das Schloss nur den Namen.

          Nachdem das Schloss im 19. Jahrhundert immer mehr verfallen war, wurde es in den Jahren nach 1904 wiederhergestellt und renoviert, um als Hotel dienen zu können. Nachdem der letzte Großherzog von Hessen-Darmstadt, Ernst Ludwig, bei der Revolution 1918 Amt und Titel verlor, ging das Schloss in das Eigentum des Volksstaates Hessen über, später wurde das Land Hessen Eigentümer.

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