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Kampf gegen die Müdigkeit : Was gegen Schlafstörungen helfen kann

Schlafstörungen können viele Ursachen haben – und es gibt zahlreiche Möglichkeiten sie zu bekämpfen. Bild: © SWR/U5 Filmproduktion

Ob Schnarchen, Apnoe oder Schlafwandeln: Immer mehr Menschen leiden unter Schlafstörungen – und sind tagsüber dauerhaft müde. Viele von ihnen suchen Hilfe im Schlaflabor. Ein Besuch.

          3 Min.

          Die 60 Jahre alte Patientin ist tagsüber immer müde, obwohl sie glaubt, nachts gut zu schlafen. Im Hofheimer Schlaflabor hat der leitende Mediziner Uwe Fremder nach nur einer computerüberwachten Nacht herausgefunden, was der Frau fehlt. Wie die Untersuchungen ergaben, ist ihr Gehirn in der Nacht 320 Mal für jeweils zehn bis 15 Sekunden wach und „checkt die Lage“, wie Fremder erläutert. „Mutterschlaf“ nennt der Mediziner dieses Phänomen, das zu großer Tagesmüdigkeit führt. Wie viele Schlafstörungen wird es zumeist durch Stress hervorgerufen. Hält die Ruhelosigkeit des Gehirns in der Nacht dauerhaft an, ist nicht nur eine kurze Phase wie bei jungen Müttern betroffen, führe dies zunächst zu Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Zugleich stiegen die Risiken für ernsthafte Krankheiten wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Diabetes und Bluthochdruck rapide.

          Heike Lattka

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Taunus-Kreis.

          Die Batterie solcher Patienten sei ständig „halbleer“, berichtet Fremder. Denn der Mensch müsse sieben bis acht Stunden in der Nacht schlafen. Wie die Universität Göttingen in einer Studie herausfand, ist erholsamer Schlaf sogar bei Fadenwürmern lebensnotwendig und beim Menschen das beste Anti-Aging-Programm. Über einen Mangel an erholsamer Nachtruhe klagen laut Fremder etwa 70 Prozent der Deutschen. Darunter nehmen pathologische Krankheitsbilder nach der Erfahrung des Mediziners von Jahr zu Jahr zu. Mehr als 700 Patienten betreut das dreiköpfige Team im Hofheimer Schlaflabor durchschnittlich im Jahr – mit steigender Tendenz.

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