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Schießerei in Frankfurt : „Da war klar: Etwas Schlimmes muss geschehen sein“

  • -Aktualisiert am

Polizisten vor der „Bar Celona“ am Friedrich-Stoltze-Platz in Frankfurt nach der Schießerei Bild: Bernd Kammerer

Die Schießerei in der Frankfurter Innenstadt am Nachmittag des Feiertages wirft viele Fragen auf. Drei Männer werden verletzt, die Täter sind flüchtig. Steckt dahinter eine Auseinandersetzung zwischen Rockern?

          Die Schüsse fallen um kurz vor fünf. Die „Bar Celona“ am Friedrich-Stoltze-Platz in der Frankfurter Innenstadt ist gut besucht, fast bis auf den letzten Platz. Die Gäste sitzen in der Sonne bei Cocktail und Eis. Dann muss alles sehr schnell gegangen sein. Ein Gast berichtet später, es seien mehrere Männer gewesen. Sie hätten sich angeschrien, dann fielen schon die Schüsse. Es waren mehrere, zehn oder elf. Eine Kugel trifft einen Mann ins Bein. Er bricht zusammen und bleibt auf dem Kopfsteinpflaster liegen. Mitarbeiter eines gegenüberliegenden Cafés stürmen zu ihm, leisten erste Hilfe, bedecken seinen Körper mit Decken.

          Die Spurensicherung der Polizei untersucht nach der Schießerei einen Mercedes-Geländewagen Bilderstrecke

          Drei Minuten später trifft die Polizei ein. Beamte mit Maschinenpistolen sperren den Platz weiträumig ab. Zu diesem Zeitpunkt sind die Hintergründe noch nicht klar. Aber es sprechen sich Gerüchte herum. Männer auf Motorrädern und in Kutten sollen es gewesen sein. Die Rede ist schnell von einem „Rockerkrieg“. Die Polizei will sich zunächst nicht an den Spekulationen beteiligen. Aber sie geht dieser Spur nach.

          „Die Leute haben geschrien und wollten in Sicherheit“

          Kurz nach der Schießerei steht fest, dass die eine Gruppe im benachbarten Café „Helium“ gesessen hat. Dort hängen am frühen Abend, als die Spurensicherung eintrifft, noch Motorradhelme. Die erste Vermutung, dass es sich bei ihren Besitzern um die Opfer handelte, verwarf die Polizei schnell. Den Erkenntnissen zufolge hatten nämlich die Männer aus dem „Helium“ das Feuer eröffnet, als gegen 17 Uhr ein weißer Mercedes-Geländewagen vor dem Café hielt. An der Beifahrerseite des Autos sind mehrere Einschusslöcher zu erkennen. Neben der Fahrertür liegt ein schwarzer Gegenstand fast verloren herum. Von der Absperrung aus ist nicht eindeutig zu erkennen, um was es sich handelt. Offenbar aber um eine Art Waffe.

          Im Laufe des Abends versammeln sich immer mehr Menschen an den Absperrungen. Viele wurden angelockt durch die Polizeifahrzeuge, die an der einen Seite bis zur Hauptwache, an der anderen Seite hinunter bis zur Berliner Straße stehen. Was passiert sei, will ein junger Mann wissen. Der Polizist antwortet nur knapp, es habe eine Schießerei gegeben. Dann fordert er den Passanten auf, weiterzugehen. Andere Schaulustige wollen partout nicht weichen. Sie stehen beisammen, mutmaßen, was da wohl passiert sein könnte.

          Ein Kellner aus dem nahegelegenen Restaurant „Leib und Seele“ hat die Schüsse gehört und ist sofort raus auf die Straße gestürmt. „Da kamen mir schon die ganzen Gäste entgegen“, berichtet er. „Die Leute haben geschrien und wollten nur noch rein, in Sicherheit.“ Dann habe er den Mann auf dem Boden liegen sehen. Stark geblutet habe er. „Da war nur klar: Es muss etwas Schlimmes geschehen sein.“

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