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Streckenausbau der S 6 : Spatenstich im Herbst

  • -Aktualisiert am

Wirtschaftlich sinnvoll: Die Strecke der S6 wird ausgebaut. Perspektivisch soll auch das Verkehrsangebot erweitert werden. Bild: dpa

Das letzte Hindernis zum Ausbau der Schienenstrecke zwischen Frankfurt-West und Friedberg ist beseitigt: Der Nutzen des 550-Millionen-Projekts ist bestätigt. Die Pläne werden konkret.

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          Der geplante Ausbau der Schienenstrecke zwischen Frankfurt und Friedberg ist wirtschaftlich. Das hat die Kosten-Nutzen-Analyse des 550 Millionen Euro teuren Projekts bestätigt. Nach Angaben der Deutschen Bahn AG ermittelten die Gutachter einen Kosten-Nutzen-Wert von 1,67. Damit liegt er weit über dem Indikator 1, den jedes Bauprojekt erreichen muss, wenn es mit öffentlichen Geldern gefördert werden soll.

          Mit der positiven Nutzen-Kosten-Analyse wurde das wohl letzte entscheidende Hindernis beseitigt, das dem viergleisigen Ausbau der Schienenstrecke zwischen Frankfurt-West und Friedberg noch im Wege stand. Ziel des Vorhabens ist es, den Fernverkehr und den S-Bahn-Verkehr zwischen Friedberg und der Mainmetropole zu trennen und den S-Bahnen zwei eigene Gleise zu verschaffen. Dies dürfte die Pünktlichkeit der häufig verspäteten S6 deutlich erhöhen.

          Neuer Haltepunkt in Frankfurt

          Bisher teilen sich die S-Bahnen die Bahnkörper mit anderen Zügen. Weil der Fernverkehr Vorrang hat vor dem Regionalverkehr, müssen die S-Bahnen immer wieder warten, wodurch der Fahrplan durcheinandergerät. Verspätungen addieren sich auf und übertragen sich oft auf das ganze Netz. Mit den geplanten zwei neuen Gleisen hofft die Bahn, die Pünktlichkeit der Züge erhöhen und einen stabilen 15-Minuten-Takt an allen Stationen erreichen zu können. Auch die Pünktlichkeit der Regionalzüge aus dem Norden dürfte sich verbessern, wie der für das Großprojekt zuständige Gerd-Dietrich Bolte von der DB Netz AG ausführte.

          Der Bau des Abschnitts zwischen Frankfurt-West und Bad Vilbel soll laut Bahn im Herbst dieses Jahres beginnen. Der Abschnitt zwischen Bad Vilbel und Friedberg hingegen befindet sich noch im Planfeststellungsverfahren. Nach den vorliegenden Planungen sollen die Arbeiten Ende 2022 beendet sein.

          Durch den viergleisigen Ausbau der Strecke soll perspektivisch auch das Verkehrsangebot erweitert werden. Auf dem Korridor aus dem Norden in Richtung Frankfurt können dann Bolte zufolge bei Bedarf zusätzliche Züge fahren. Für die Reisenden dürfte sich die Situation auch insofern verbessern, als im Zuge des Bauvorhabens auch alle Stationen modernisiert und barrierefrei ausgebaut werden. In Frankfurt soll zudem mit dem Haltepunkt Ginnheim eine neue Station entstehen.

          Schienenknoten leistungsfähiger machen

          Die erste Kosten-Nutzen-Analyse für das Projekt war zur Makulatur geworden, nachdem Bund und Land wegen der veränderten Verkehrsentwicklung und der zwischenzeitlich gestiegenen Kosten eine Aktualisierung der bisherigen Untersuchung verlangt hatten. Manche Beteiligte befürchteten, dass bei der zweiten Analyse nicht der für eine öffentliche Finanzierung notwendige Kosten-Nutzen-Wert erreicht und das Projekt dadurch scheitern würde. Nun hat sich klar ergeben, dass der Ausbau der Schienenstrecke volkswirtschaftlich sinnvoll ist.

          Das Projekt ist Teil des Ausbauprogramms Rhein-Main-Plus, durch das der überlastete Schienenknoten Frankfurt leistungsfähiger gemacht werden soll. Das Land Hessen, die Stadt Frankfurt, der Rhein-Main-Verkehrsverbund und die Deutsche Bahn sind die Partner bei diesem langfristigen Vorhaben.

          Etliche Vereinbarungen abgeschlossen

          Juristisch sieht sich die Bahn als Bauherr gegenüber den Kritikern, die das Vorhaben zu verhindern suchen, mittlerweile auf der sicheren Seite. Der Lärmschutz der Anwohner an der Strecke werde gewährleistet, sagte Bolte: „Es wird am Ende leiser sein als heute.“ Klagen vor Gericht beträfen nur noch das Thema Erschütterungsschutz, doch besäßen sie keine aufschiebende Wirkung. Die Bahn sei optimistisch, dass sie obsiegen werde.

          Im Augenblick sei man dabei, die für die Gleiserweiterung nötigen Grundstücke zu kaufen. Man komme bei den Verhandlungen mit den Eigentümern gut voran und habe schon etliche Vereinbarungen abgeschlossen, sagte Bolte: „Wir sind guter Dinge und gehen davon aus, dass der Baubeginn planmäßig im Herbst erfolgt.“

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