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Schärfere Corona-Regeln : 2G-Plus in Bars, Diskotheken und Bordellen

  • -Aktualisiert am

Zum Schutz der anderen: Für Ungeimpfte wird es zunehmend schwerer, am öffentlichen Leben teilzunehmen. Bild: Imago

Die hessische Landesregierung hat eine Reihe zusätzlicher Maßnahmen gegen die rasant steigenden Covid-Infektionszahlen beschlossen. Ministerpräsident Volker Bouffier spricht von einer „sehr, sehr ernsten Situation“.

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          Wer nicht geimpft oder genesen ist, wird in Hessen von der kommenden Woche an keinen Zutritt mehr zu Restaurants, Theatern oder Kinos haben. Das haben Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Gesundheitsminister Kai Klose (Die Grünen) am Freitagabend in der Staatskanzlei mitgeteilt. Bouffier sprach bei der 2G-Regel von einer „notwendigen Maßnahme“, die das hessische Corona-Kabinett beschlossen habe. „Wir haben eine sehr, sehr ernste Situation“, sagte der Ministerpräsident zu den rasant steigenden Corona-Infektionszahlen. „Wir müssen alles tun, diese Entwicklung zu stoppen und nach Möglichkeit wieder umzukehren.“ Die neuen hessischen Corona-Regeln sollen am Donnerstag, 25. November, in Kraft treten und bis zum 23.Dezember gelten. Hinzu kommen weitere Einschränkungen, wie etwa die 3G-Regel am Arbeitsplatz oder im Nahverkehr, die das neue Infektionsschutzgesetz des Bundes vorsieht und die selbstverständlich in Hessen gelten.

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          Die Landesregierung versucht, die vierte Welle mit einem Bündel von weiteren Maßnahmen zu brechen. Die erste Stufe der flächendeckenden 2G-Regel gilt ab einem Hospitalisierungswert von 3 (aktuell beträgt er in Hessen 4,8). Für Bars, Diskotheken und Bordelle gilt aufgrund der besonderen Ansteckungsgefahr von diesem Wert an jedoch bereits die 2G-Plus-Regel. Das heißt, auch Geimpfte und Genesene müssen einen tagesaktuellen negativen Schnelltest vorweisen. In Hotels gilt die 2G-Regel, aber wer aus beruflichen Gründen übernachten muss, darf die 3G-Regel mit täglichen Tests anwenden. Friseure gelten als Betriebe der Grundversorgung. Für sie gilt daher die 2G-Regel nicht, aber es muss eine Maske getragen werden.

          In den Schulen werden die Präventionswochen bis zu den Weihnachtsferien fortgeführt und die Schüler somit wie bisher drei Mal in der Woche getestet. An den Hochschulen, Akademien und außerschulischen Bildungseinrichtungen gilt die 3G-Regel. Die Maskenpflicht wird ausgeweitet und gilt auch an den Sitzplätzen in Schulen, Hochschulen, Kinos, Theatern und bei Veranstaltungen. In der Gastronomie darf die Maske am Sitzplatz weiterhin abgenommen werden. Kunden von sogenannten körpernahen Dienstleistungen müssen eine FFP2-Maske tragen.

          Bundeswehr um Unterstützung gebeten

          Bei Veranstaltungen mit mehr als 25 Personen und im Kulturbetrieb gilt in geschlossenen Räumen künftig 2G nur mit Abstand und Maske. Bei Großveranstaltungen in Innenräumen mit mehr als 1000 Teilnehmern muss eine Genehmigung eingeholt werden. Bei Volksfesten und anderen Veranstaltungen soll es Stichproben geben, ob die Regelungen eingehalten werden. Zudem empfiehlt die Landesregierung auch Geimpften und Genesenen, sich vor privaten Treffen zu testen. Die Gastronomie hat die Möglichkeit, freiwillig ein 2G-Plus-Modell anzuwenden. Dann können die Gäste, die geimpft oder genesen sind und einen negativen Test vorweisen konnten, auf Maske und Abstand verzichten.

          Die Kontrollen der Polizei will Bouffier, wie bereits angekündigt, stark ausweiten. „Das machen wir deshalb, weil wir die Menschen schützen müssen und Vorsorge dafür treffen, dass die Regeln eingehalten werden“, sagte der Ministerpräsident. Die Landesregierung hat zudem die Bundeswehr wieder um Unterstützung gebeten. Die Soldaten sollen die Kreise und Städte bei der Kontaktverfolgung, der Einrichtung von Impfstationen und auch in den Altenheimen unterstützen. Ein generelles Verbot der Weihnachtsmärkte schloss Bouffier aus. Dort, wo es eng wird, soll es eine Maskenpflicht geben.

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