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Malteser auf Straßenfest : Helfen, wenn andere feiern

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Sanitäter im Einsatz: Nico Schiffmann und Michaela Buonsenso auf ihrem Rundgang durch das Berger Straßenfest. Bild: Wonge Bergmann

Es herrscht großer Andrang auf dem Berger Straßenfest. Unbeschwert feiern und trinken die Menschen unter hochsommerlichen Temperaturen. Damit alles glatt läuft, sind auch die Malteser nicht weit.

          Samstagmittag, noch ist es auf dem Berger Straßenfest im Vergleich zum Andrang, der am Abend erwartet wird, sehr ruhig. Für die 54 ehrenamtlichen Helfer der Malteser, die für die rettungsdienstliche Versorgung auf dem Straßenfest zuständig sind, hat der Arbeitstag mit dem Aufbau der Notfall-Versorgungs-Zelte allerdings schon früher begonnen.

          Wie im vergangenen Jahr haben die Malteser diesen Auftrag erhalten. Sie kooperieren eng mit der Polizei, dem Sicherheitsdienst und dem Veranstalter. „Wir unterstützen uns gegenseitig“, sagt Jörn Stracke, der als stellvertretender Leiter der Abteilung Notfallversorgung für die Koordination des Einsatzes auf der Berger Straße verantwortlich ist. Während er durch das Zelt führt, dessen Inventar dem eines Krankenwagens gleicht, fragt ein junges Paar, ob es sein Kind hier wickeln dürfe. „Selbstverständlich“, antwortet Stracke und öffnet den Zelteingang.

          Die Malteser helfen meist bei kleinen Unfällen. Obwohl man natürlich auch größere Notfälle einkalkulieren müsse, sagt Stracke. Kreislaufprobleme, Kopfschmerzen, Schnittwunden, Fußverletzungen könnten ambulant behandelt werden. Bei gravierenderen körperlichen Beschwerden stünden drei Rettungswagen und ein Katastrophen-Schutz-Fahrzeug bereit; das war zuletzt bei der Bomben-Evakuierung im Februar im Einsatz.

          „Man erkennt uns ja an unsere Kleidung“

          Michaela Buonsenso und Nico Schiffmann sind als Erst-Versorgungs-Trupp eingeteilt, sie machen sich auf den Weg entlang der Feiermeile. „Man erkennt uns ja an unsere Kleidung. Wir zeigen, dass wir da sind und halten anderseits Ausschau nach Hilfebedürftigen“, sagt Buonsenso. Sie hat als ehrenamtliche Einsatzsanitäterin einen Lehrgang besucht, der sie zu der Tätigkeit befugt.

          In Hauseingängen, unter Tischen am Rande oder hinter den Ständen: Mit der Zeit wisse man, wo man nach Menschen schauen müsse, die Hilfe benötigten, sagt Schiffmann, der auch beruflich als Rettungssanitäter tätig ist. Die freiwillige Arbeit am Wochenende bereite ihm wegen des gemeinschaftlichen Erlebnisses mit den anderen Ehrenamtlichen große Freude. „Auch die medizinische Komponente reizt mich natürlich“, sagt Schiffmann, der einmal Arzt werden möchte. Der Abend werde sicher turbulenter, erwartet er. Auch wenn es auf dem Berger Straßenfest vergleichsweise gesittet zugeht: Für die Helfer von den Malteser wird es genug zu tun geben.

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