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F.A.Z.-Hauptwache : Sand, Heimatboden, Schwarzpulver

Aktivisten von „Sand im Getriebe“ blockieren einen der Eingänge zum Messegelände zur IAA – die Polizei überwacht das Geschehen Bild: Lucas Bäuml

Die einen sind gegen „Monster-SUVs und Dreckschleudern“ angeradelt, die anderen haben die IAA besucht. Wiederum andere protestieren per Menschenkette gegen ein geplantes Neubaugebiet. Und dann sind da noch IS-Rückkehrerinnen. Die F.A.Z.-Hauptwache.

          3 Min.

          Guten Morgen!

          Matthias Alexander

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Es war ein Wochenende der Demonstrationen. Am Samstag hatte es eine Sternfahrt von Radlern gegeben, selbst in Mannheim und Gießen machten sich frühmorgens Gegner von „Monster-SUVs und Dreckschleudern“ auf den Weg zum Frankfurter Messegelände. Insgesamt waren es 15.000 Demonstranten, die Veranstalter zählten 25.000. Noch mehr bekannten sich allerdings als Anhänger des Autos, wenn man die Besucherzahlen der IAA zugrundelegt. Unsere Reporter haben sich vor dem Messegelände und in den Hallen umgeschaut und mit Gegner und Befürwortern der motorisierten Mobilität gesprochen. Falk Heunemann wägt die Argumente in seinem Kommentar. An dieser Stelle noch ein Kompliment an die Polizei, die die Situation auch am Sonntag, als einige Hundert Aktivisten von „Sand im Getriebe“ zwei Eingänge zum Messegelände blockierten, offenbar jederzeit im Griff hatte und gleichzeitig entspannt auftrat.

          Nahe beieinander lagen die Schätzungen von Veranstaltern und Polizei, was die Zahl der Bürger angeht, die am Sonntag gegen den geplanten neuen Frankfurter Stadtteil zu beiden Seiten der A5 angeht. 3200 zählten die Ordnungskräfte, 3500 die Bürgerinitiative „Heimatboden vor Frankfurt“. Sie bildeten eine nahezu geschlossene Menschenkette um das Areal, das nach den Planungen der Stadt bebaut werden soll, um den dringend benötigten Wohnraum zu schaffen. Wäre interessant zu wissen, wie viele Wohnungssuchende sich in Bewegung setzten, wenn es eine Bürgerinitiative für den Bau der sogenannten Josefstadt gäbe.

          Einen Frankfurter, der in Berlin gegen alle Wahrscheinlichkeit erfolgreich geworden ist, porträtiert Hans Riebsamen auf der Seite 3 der Rhein-Main-Zeitung. Es handelt sich um Johann König, der zu den einflussreichsten Galeristen auf der Welt gehört, obwohl er im Alter von zwölf Jahren nach einem Unfall mit Schwarzpulver weitgehend erblindet ist. Der Sohn des früheren Städelschul-Rektors Kasper König durchlebte danach schwierige Jahre. An der Carl-Strehl-Schule in Marburg fand er dann seine Bestimmung. Wie so oft, war es ein guter Lehrer, der den Weg wies. In diesem Fall ein Kunstlehrer, der seine Schüler mit dem philosophischen Hintergrund zeitgenössischer Kunst vertraut machte. So lernte König auf andere Art zu sehen.

          Und außerdem ist Pater Richard Henkes in einem feierlichen Gottesdienst im Limburger Dom selig gesprochen worden, hat der hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker gegen den Wiesbadener Ableger der sogenannten BDS-Bewegung Strafanzeige wegen des Verdachts der Volksverhetzung gestellt erwarten die hessischen Sicherheitsbehörden, dass weitere Islamistinnen mit ihren Kindern aus den Kampfgebieten in Syrien und im Irak nach Hessen zurückkehren werden.

          Einen angenehmen Tag wünscht Ihnen

          Ihr Matthias Alexander

          Wetter

          Heute ziehen immer mehr Wolken auf, gelegentlich kann es am Nachmittag etwas regnen bei 21 Grad. In der Nacht noch ein paar Tropfen bei 13 Grad. Am Dienstag wieder deutlich schöner.

          Verkehr

          Frankfurt: Heute beginnt an der Straße Am Erlenbruch zwischen Schäfflestraße und Borsigallee 4 die nächste Bauphase für die Realisierung der Leitungsbrücke Lahmeyerstraße. Fahrspurreduzierungen und Verschwenkungen führen zu Verkehrsbehinderungen. Die Anlieger der Siedlung Riederwald können weiterhin nur noch über Schäfflestraße ein- und ausfahren. Eine Zufahrt über Lahmeyerstraße ist dauerhaft nicht möglich.

          Frankfurt: Wegen Gleisbauarbeiten kommt es an der Kreuzung von Ratsweg und Am Riederbruch bis zum 27. September nachts zwischen 22 und 5 Uhr zu Verkehrsbehinderungen. Von der Eisporthalle kommend ist das Linkseinbiegen in die Straße Am Riederbruch nicht möglich. Eine Umleitung erfolgt über die Wendemöglichkeit am Ratswegkreisel. Außerdem ist vom Riederwald kommend ein Linksabbiegen in den Ratsweg nicht möglich. Eine Umleitung erfolgt über die Wendemöglichkeit hinter der Einmündung Kettlerallee. Fußgänger und Radfahrer können die Baustelle passieren.

          Geburtstag haben heute

          Klaus Kottmeier, scheidender Aufsichtsratsvorsitzender der dfv Mediengruppe, Frankfurt (86); Wolfram Schütte, Autor, Literatur- und Filmkritiker, Träger der Goetheplakette der Stadt Frankfurt (80); Klaus-Peter Müller, Vorsitzender des Stiftungsrats der Commerzbank-Stiftung, Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats der Commerzbank AG, Träger des Hessischen Verdienstordens (75); Gernot Grumbach (SPD), Mitglied des Hessischen Landtags, Frankfurt, von 2001 bis Juni 2019 Vorsitzender des Parteibezirks Hessen-Süd (67); Hans Jürgen Prömel, scheidender Präsident der Technischen Universität Darmstadt (66); Michael Freund, Vierspännerfahrer, mehrfacher deutscher Meister und Weltmeister, Dreieich (65); Ursula Hammann (Die Grünen), von 1995 bis Januar 2019 Mitglied des Hessischen Landtags, Biebesheim (64); Gerhard Adrian, Präsident des Deutschen Wetterdienstes, Offenbach (63); Klaus Peter Schellhaas (SPD), Landrat des Kreises Darmstadt-Dieburg (59); Kristina Sinemus (parteilos), hessische Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung, Vorsitzende des Wirtschaftsrats der CDU Hessen (56); Ralf Möller (SPD), Bürgermeister von Weiterstadt (51); Frits Scholte, Vorsitzender der Geschäftsführung der Manpower Group Deutschland, Eschborn (51); Richard Mark Engelhard, Geschäftsführer der Engelhard Arzneimittel, Niederdorfelden (46).

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