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Das Ende der Salzbachtalbrücke : Der große Knall steht kurz bevor

  • -Aktualisiert am

Die Sprengung der Brücke erfordert viele Sicherheitsmaßnahmen. Bild: Frank Röth

Die Vorbereitungen der Sprengung der Salzbachtalbrücke bei Wiesbaden laufen auf Hochtouren. Eine gewaltige Menge Sand und Erde soll vor Zerstörungen schützen. Besondere Vorsicht gilt wegen des anliegenden Klärwerks.

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          Die Südbrücke fällt zwei Sekunden früher als die Nordbrücke. So sieht es das Konzept von Eduard Reisch vor, dessen im oberbayerischen Apfeldorf beheimatetes Unternehmen den Auftrag zur Sprengung der Salzbachtalbrücke erhalten hat. Entweder vom Dach des Henkell-Gebäudes oder von einer Halle des Wiesbadener Hauptklärwerks aus werden die elektrischen Zünder ausgelöst. Rund 200 Kilogramm Sprengstoff genügen laut Reisch, um die insgesamt acht Pfeiler und damit beide Brückenbauwerke zum Einsturz zu bringen. Zuerst wird die Südbrücke in sich zusammenfallen, wenn die Pfeiler so geschickt gesprengt werden, dass sie sich gewissermaßen zusammenfalten. Nur zwei Sekunden später ist die Nordbrücke an der Reihe, die ein paar Meter vom unmittelbar benachbarten Hauptklärwerk weg in Richtung Süden fallen soll, damit sich ihre Trümmer über die schon am Boden liegenden Reste der Südbrücke legen. Der Lärm der Bohrgeräte, mit denen insgesamt 1.200 Löcher in die Pfeiler gebohrt werden, übertönt auf der Großbaustelle fast das Getöse der Bagger und der Lastwagen, die scheinbar unablässig Sand und Erde auf das Gelände unter und neben der Salzbachtalbrücke bringen.

          Oliver Bock
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Matthias Achauer von der Autobahn GmbH hofft, dass in der nächsten Woche der Sprengtermin offiziell bekanntgegeben werden kann. Dann können sich rund 140 Bewohner, die in einem Radius von 250 Metern leben, auf die Evakuierung ihrer Häuser vorbereiten. Ein Samstagnachmittag spätestens Anfang November gilt als Vorzugstermin. Dieser Termin wird aber bis zuletzt unter Vorbehalt stehen, denn „das Klärwerk bereitet uns Kopfschmerzen“, sagt Achauer. Allerdings weniger wegen der Sorge, die Sprengung werde Schäden anrichten. Vielmehr könnte Starkregen in den Tagen davor dazu führen, dass das Klärwerk unter maximaler Last arbeiten muss, und dann wäre die Sprengung so nicht möglich. Das gilt auch für dichten Nebel am Tag des großen Knalls.

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