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Verkehrschaos droht : Salzbachtalbrücke bei Wiesbaden bleibt gesperrt

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Die marode Salzbachtalbrücke soll bis zum Jahr 2026 abgebaut und neu errichtet sein. Bild: Samira Schulz

Aus Sicherheitsgründen ist die Salzbachtalbrücke bei Wiesbaden am Freitagabend gesperrt worden. Wann die Brücke für den Verkehr wieder freigegeben werden kann, ist unklar. Für den Berufsverkehr am Montag wird ein Chaos befürchtet.

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          Die Salzbachtalbrücke bei Wiesbaden bleibt vorerst aus Sicherheitsgründen bis auf Weiteres gesperrt. Wie lange die Sperrung dauern werde, könne derzeit nicht prognostiziert werden, sagte ein Sprecher der Autobahn GmbH des Bundes am Samstag vor Ort. Das „Schadensbild“ müsse zunächst „umfangreich geprüft werden“. Dazu werde es ein Gutachten geben plus ein Konzept, wie es weitergehe. Die Brücke der A66 war am Freitag voll gesperrt worden, nachdem in Überbau und Pfeiler der südlichen Hälfte deutliche Risse entdeckt worden waren. Zudem fielen Betonteile herab.

          Die Brücke aus dem Jahr 1963 soll erneuert werden. Es sei ein Ersatzneubau geplant, sagte der Sprecher. Über den nun betroffenen südlichen Überbau laufe derzeit ohnehin kein Verkehr. Dieser Teil werde gerade für einen Abriss vorbereitet. Nun müsse geschaut werden, inwieweit der nördliche Überbau, über den die Fahrzeuge fahren, ebenso von den Schäden tangiert sei.

          „Gutachter und Experten müssen ein Konzept erstellen und sich abstimmen - das sind keine Kleinigkeiten“, sagte der Sprecher. Klar sei aber: „Sicherheit geht vor.“ Er bezog das sowohl auf die Verkehrsteilnehmer als auch auf die Arbeiter vor Ort. Die A66 ist die Hauptverkehrsader zwischen Wiesbaden und Frankfurt. Im Schnitt fahren am Tag rund 80.000 Fahrzeuge über die gut 300 Meter lange Brücke.

          „Sicherheit geht vor“

          Ihre Sperrung hatte am Freitag und Samstag bereits zu Verkehrsbehinderungen geführt: Vor den Ableitungen von der Autobahn staute sich nach Angaben eines Frankfurter Polizeisprechers der Verkehr. Am Samstagmittag sei der Stau vor der Umleitung in Richtung Frankfurt etwa drei Kilometer lang gewesen. Im Berufsverkehr ab Montag könnte es zu einem Verkehrschaos kommen.

          Sowohl die A66 (Wiesbaden-Frankfurt) als auch die unter der Brücke verlaufende B263 sind den Angaben zufolge jeweils in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Zudem sei der Bahnverkehr ab Hauptbahnhof Wiesbaden eingeschränkt, denn unter der Brücke verlaufen die Gleise.

          Auswirkungen auf den Bahnverkehr

          Auch die Polizei in Mainz rechnete mit größeren Auswirkungen auf den Verkehr ab Montag. Es werde erwartet, dass viele Berufstätige dann nicht über die Schiersteiner Brücke nach Frankfurt fahren, sondern vermehrt über die Weisenauer Brücke. Der Bahnverkehr sei derzeit zwischen dem Hauptbahnhof Wiesbaden und Wiesbaden-Ost gesperrt. Die S-Bahnen aus Mainz führen nun bis Wiesbaden-Ost und dann weiter nach Frankfurt.

          „Im Großen und Ganzen rollen die Züge zwischen Mainz und Frankfurt.“ Mit Sicherheit werde es aber auch am Montag zu weiteren Behinderungen kommen, sagte der Polizeisprecher. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) teilte mit, der Halt „Wiesbaden Hauptbahnhof“ entfalle, einzelne Linien endeten in „Wiesbaden Ost“. Betroffen sind RE9, RB10, RB75, S1, S8 und S9. Zwischen Wiesbaden-Ost und dem Hauptbahnhof gebe es Ersatzbusse, teilte der RMV mit.

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