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Villen im Vordertaunus : Salonkultur und Sport

Villenlandschaft: Das Pförtnerhaus der Villa Meister ist ein klassisches Beispiel eines Gebäudes im Vordertaunus. Bild: Francois Klein

Die Villenlandschaft im Vordertaunus sei ein „Freilichtmuseum der Belle Époque“, sagt Johannes Martin Müller in seiner wissenschaftlichen Arbeit über die Entwicklung der Region. Dabei spielte auch Tennis eine ganz eigene Rolle.

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          In Bad Homburg ist vor wenigen Tagen ein Bagger angerückt, um den roten Belag von einem Platz des Tennisclubs im Kurpark abzuräumen. Dieser wird zum Centre-Court für das Profi-Damenturnier im nächsten Jahr. Auf Rasen werden sich dort die Spielerinnen auf Wimbledon vorbereiten. Mag in Hochheim am Main auch die größte überdachte Tennisanlage der Welt mit Boris Becker als Pate gebaut werden: Lawn-Tennis auf frischem Grün steht für Tradition, denn es hatte in der Kurstadt vor der Höhe Ende des 19. Jahrhunderts deutschlandweit Premiere.

          Bernhard Biener

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Daran rüttelt auch Johannes Martin Müller nicht. Aber er hat entdeckt, dass vor mehr als 100 Jahren vor allem in den kleineren Orten Falkenstein, Königstein und Kronberg flächendeckend Tennis gespielt wurde. Müller ist kein Sporthistoriker. Als historischer Geograph bringt er Geschichte mit räumlichen Strukturen in Zusammenhang. Wenn sie ein aufschlussreiches Merkmal sind, auch mit Tennisplätzen. In seiner Masterarbeit an der Universität Bamberg hat er sich mit der „Entstehung einer adligen Residenz- und großbürgerlichen Villenlandschaft“ am Taunusrand beschäftigt.

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