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S-&-K-Betrug : Prozess um Anlagebetrug noch in weiter Ferne

Großrazzia im Februar 2013: Polizisten durchsuchten die Büros der Firma „S&K Unternehmensgruppe“. Bild: dapd

Das Oberlandesgericht Frankfurt prüft abermals, ob die Gründer der S-&-K-Gruppe in Haft bleiben müssen. Derweil wächst der Aktenberg weiter, doch das System hinter dem Betrug ist inzwischen grob erkennbar.

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          An diesem Fall wird sich auch erweisen, was die Justiz bewältigen kann. Seit einigen Tagen liegen die Akten zum S-&-K-Komplex, inzwischen an die 40.000 Seiten stark, beim Frankfurter Oberlandesgericht (OLG) - die auf Festplatten und DVDs gespeicherten Daten nicht mitgerechnet. Die Richter haben im derzeit größten Betrugsfall Deutschlands jedoch vorerst nur zu prüfen, ob sieben der rund 100 Beschuldigten in Untersuchungshaft bleiben müssen. Wann Anklage erhoben werden könnte, ist 13 Monate nach der Razzia in acht Bundesländern immer noch nicht abzusehen. Der S-&-K-Betrügerring, der von der Firmenvilla an der Frankfurter Kennedyallee aus operierte, soll etwa 10 000 Anleger durch Immobilienfonds um bis zu 200 Millionen Euro geschädigt haben.

          Helmut Schwan
          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ob die mutmaßlichen Drahtzieher vorerst freikommen, hängt davon ab, ob die Ermittler in den vergangenen drei Monaten genug getan haben, das Verfahren zu „fördern“. Die damit betrauten rund 40 Beamten im Polizeipräsidium mögen die Frage als Zumutung empfinden. Aber die Strafprozessordnung setzt rigide Fristen, die dafür sorgen sollen, dass bei Entzug der Freiheit dem Recht so zügig wie möglich Genüge getan wird. Nur die „besondere Schwierigkeit oder der besondere Umfang der Ermittlungen“ rechtfertigt eine längere Inhaftierung als ein halbes Jahr. Dann wird alle drei Monate überprüft, ob die Balance zwischen staatlichem Aufklärungsanspruch und dem Persönlichkeitsrecht des Beschuldigten noch gewahrt ist.

          Handel mit „Schrottimmobilien“

          Vier Monate brauchte der OLG-Senat bei der ersten Haftprüfung von August bis Dezember, um sich ein Bild zu machen. Sieben der acht Hauptverdächtigen ließ das Gericht hinter Gittern, nur ein Frankfurter Architekt wurde verschont: weil er, jenseits der siebzig, als besonders haftempfindlich gilt und weil sein mutmaßlicher Tatbeitrag, in Gutachten den Wert von Immobilien nach oben manipuliert zu haben, als relativ gering erachtet wird.

          Die Staatsanwälte zählen ihn nicht zum inneren Zirkel der weitverästelten S-&-K-Gruppe, benannt nach ihren Gründern, den Frankfurter Jungunternehmern Stephan S. und Jonas K., 34 und 32 Jahre alt. Ihr steiler Aufstieg begann am sogenannten grauen Kapitalmarkt. Nach den bisherigen Ermittlungen entdeckten sie vor etwa zehn Jahren noch höhere Profitchancen durch den Handel mit „Schrottimmobilien“. Sie sollen, um liquide zu bleiben, Fonds in großer Zahl aufgelegt haben, unterstützt von zwei Hamburger Spezialisten, die ebenfalls in Untersuchungshaft sitzen. Später habe man auch seriöse Fonds „gekapert“, wie es in der Branche heißt, mithin die Mehrheit erworben, um mit unrealistischen Renditeversprechen frisches Geld von Anlegern in ein Schneeballsystem zu leiten - und um den eigenen, sehr luxuriösen Lebenswandel zu finanzieren.

          Nach Auskunft der Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft ist das System in groben Zügen inzwischen erkennbar. Große Schwierigkeiten bereite wegen der vielen Unter- und Scheinfirmen dagegen weiterhin der Nachweis der Geldströme. Der demnächst erwartete Bericht einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft soll helfen, das Dickicht zu durchdringen. Diese Informationen wird womöglich das OLG erst noch abwarten und dann zu einer Verhandlung laden. Jonas K., der im September einen Zivilprozess nutzte, um mit einem Sprung aus dem Gerichtsfenster fünf Meter in die Tiefe die Flucht zu versuchen, wird, gut bewacht, dabei sein können. Er sei wieder auf den Beinen, heißt es.

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