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Zu S-Bahn-Verkehr : Kleine Schritte beim RMV

Die Pünktlichkeit soll wieder verbessert werden: S-Bahn der RMV im Frankfurter Hauptbahnhof. Bild: dpa

Der Rhein-Main-Verkehrsbund will die Pünktlichkeitsrate wieder auf 95 Prozent steigern. Das wurde schon in der Vergangenheit versprochen, aber bislang nicht verwirklicht. Ein Kommentar.

          Man kann dem Rhein-Main-Verkehrsverbund nicht vorwerfen, die chronischen Verspätungen im S-Bahn-Verkehr ließen ihn kalt. In der Zentrale in Hofheim wird viel darüber nachgedacht, wie das Problem wenn nicht gelöst, so doch verringert werden kann. Und schon oft hat RMV-Chef Knut Ringat mit den Verantwortlichen der Deutschen Bahn, die im Auftrag des RMV die S-Bahn betreibt, ein ernstes Wörtchen geredet. Ganz abgesehen davon, dass der Verbund wegen der Unpünktlichkeiten der Bahn weniger zahlt.

          Nun gibt es also mit der „überschlagenen Wende“ einen neuen Versuch, mehr Pünktlichkeit in den S-Bahn-Verkehr zu bringen. An den Endpunkten sollen Züge stehen, die genau nach Fahrplan abfahren – unabhängig davon, wann der vorhergehende Zug einfährt. Möglich macht dies eine Aufstockung des Fuhrparks. Das ist eine teure Angelegenheit. Allerdings kommt die Sache erst im nächsten Jahr ins Rollen.

          Ein unlösbares Problem

          Der Plan hört sich gut an. Allein, es fehlt vielen der Glaube, dass sich etwas fundamental verbessert. Nicht, dass der RMV ihn nicht ausführen sollte. Aber man muss sich vor übertriebenen Hoffnungen hüten. Schon oft in den vergangenen Jahren ist den Kunden mehr Pünktlichkeit in Aussicht gestellt worden, ohne dass sich an der Misere etwas geändert hätte. Tatsächlich ist das Verspätungsproblem vorerst unlösbar. Erst wenn einmal neue Schienenwege gebaut sind und dadurch die Überlastung des Netzes reduziert wird, dürfte sich die Lage verbessern. Vorerst können RMV und Bahn nur an ein paar Stellschrauben drehen, um die Unpünktlichkeiten ein wenig zu vermindern.

          Ein Schritt, die Situation stärker in den Griff zu bekommen, bestünde darin, endlich die Fahrpläne realistisch zu gestalten. Die Bahn zum Beispiel veranschlagt für den Halt ihrer Fernzüge im Frankfurter Hauptbahnhof eine zu kurze Zeitspanne. Das Ein- und Aussteigen der Fahrgäste dauert in der Regel länger als vorgesehen, Verspätungen sind damit programmiert. Solche Verspätungen der Fernzüge übertragen sich auf die S-Bahnen, denn der ICE und die S-Bahn nutzen oft dieselben Gleise. Würde die Bahn für den Halt in Frankfurt ein oder zwei Minuten mehr einkalkulieren, ginge die Welt nicht unter. Dann würde ein ICE ein wenig länger nach Hamburg oder München brauchen, aber er würde zumindest den Fahrplan einhalten.

          Auch die S-Bahn könnte für ihre Stopps an den belebten Haltestellen wie Konstablerwache, Hauptwache oder Hauptbahnhof eine halbe Minute mehr einkalkulieren. Manchmal ist nämlich ein längerer Halt günstiger, weil er Verspätungen reduziert.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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