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Tödlicher S-Bahn-Unfall : Polizei erwägt Ermittlungen wegen Video-Gaffer

Ermittlungen laufen: Gegen die Veröffentlichung eines Videos vom tödlichen Unfall an der Frankfurter Ostenstraße wurde eine Strafanzeige gestellt. Bild: dpa

Ein Video des tödlichen S-Bahn-Unfalls in Frankfurt wurde im Internet veröffentlicht und kursiert auch an der Schule des Opfers. Nun wurde eine Strafanzeige gestellt.

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          Nach dem tödlichen S-Bahn-Unfall, bei dem vergangene Woche ein 17 Jahre alter türkischer Jugendlicher ums Leben gekommen ist, erwägt die Bundespolizei Ermittlungen gegen Zeugen, die die Leiche von Alptug Sözen gefilmt haben. Wie berichtet, ist im Internet ein Video aufgetaucht. Die Familie des Jugendlichen hatte im Gespräch mit der F.A.Z. darauf hingewiesen und mit Wut und Unverständnis reagiert. Ihren Angaben zufolge waren Bilder des Unglücks am Frankfurter S-Bahn-Halt Ostendstraße auch an der Hanauer Schule des Opfers herumgezeigt worden. Die Schule habe daraufhin die Familie informiert.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nach Angaben eines Sprechers der Bundespolizei ist das Video auf einer Internetseite veröffentlicht worden, die über einen Server in Australien betrieben wird. Das Video zeige die Situation nach dem Unfall, die Leiche des Jugendlichen sei deutlich zu erkennen und „mit entsprechenden Kommentaren versehen“. Das sei „ein unglaublicher Vorgang“.

          Ermittlungsverfahren noch unbekannt

          Eine Strafanzeige wegen des Videos ist bei der Polizei in Hanau eingegangen. Das bestätigte gestern ein Sprecher auf Anfrage. Offenbar ist der Vorgang von dort aber noch nicht an die Justiz weitergeleitet worden, die in einem solchen Fall eingebunden sein müsste. Eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft sagte, ihr sei kein Ermittlungsverfahren bekannt.

          Nach Angaben der Bundespolizei greift nach erster Sichtung des Videos der Paragraf 201a des Strafgesetzbuches, das die „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen“ ahndet. Die Ermittlungen zum Unfallhergang selbst dauern an. Derzeit würden weiterhin Zeugenaussagen ausgewertet.

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