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Silvesternacht in Frankfurt : Ruhige Feier ins neue Jahr

Ruhe vor der Frankfurter Skyline: Ein Polizei-Auto fährt mit Blaulicht über die Flößerbrücke, im Hintergrund ist die Explosion einer Feuerwerksrakete über dem Sitz der Europäischen Zentralbank zu sehen. Bild: Finn Winkler

So ruhig wie lange nicht mehr: Die Menschen im Rhein-Main-Gebiet haben sich an die Corona-Vorgaben für die Silvesternacht gehalten. Die Polizei in den Städten zeigt sich zufrieden, die Feuerwehr musste nur selten ausrücken.

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          Drei Grad, Regen, Alkohol – und Feuerwerksverbot, viele Polizisten unterwegs: Unter Corona-Bedingungen ist In Frankfurt die erste Nacht des neuen Jahres so friedlich wie lange nicht zu Ende gegangen. Auch am Mainufer, traditionell Schauplatz für Zehntausende, um das Feuerwerk vor der Hochhausskyline zu bejubeln, fanden sich nur wenige ein. Sie sahen gelegentlich Raketen vor der Kulisse aufsteigen.

          Helmut Schwan
          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Ganz überwiegend aber wurde das Verbot eingehalten, auf den größeren Plätzen Pyrotechnik zu zünden. Es war vor dem Hintergrund der Pandemie erlassen worden, um zu verhindern, dass viele Menschen zum Feiern zusammen kommen.

          Lautsprecherwagen auf leerem Römerberg

          Am Frankfurter Mainufer, wo sich in vorangegangenen Jahren bereits im Laufe des Abends zahlreiche Menschen versammelten, war außer Polizeifahrzeugen fast nichts zu sehen. Auch auf dem Römerberg waren nur wenige Spaziergänger unterwegs. Aus einem Lautsprecherwagen der Polizei schallte dennoch eine Mahnung über den Platz: „Das Virus ist unter uns! Halten Sie Abstand, tragen Sie Maske.“ Erst kurz vor Mitternacht versammelten sich auf einigen Mainbrücken Dutzende Menschen, um das neue Jahr zu begrüßen. Die meisten trugen Masken und brachten auch keinen Alkohol mit, sondern begrüßten das neue Jahr mit Blick auf die nächtliche Skyline und nur wenig Feuerwerk, das in anderen Stadtteilen gezündet wurde. Im Frankfurter Bahnhofsviertel, wo Clubs und Kneipen geschlossen waren, waren kaum Nachtschwärmer unterwegs.

          In Offenbach, wo auch in der Silvesternacht wegen hoher Corona-Infektionszahlen von 21 Uhr an eine Ausgangssperre galt, waren beispielsweise die Straßen nahezu ausgestorben.

          Nur wenige Einsätze

          Auch in ganz Hessen haben sich die Menschen offenbar weitgehend an die Corona-Regeln gehalten. Alle Polizeipräsidien berichteten am Neujahrsmorgen von einem „ganz, ganz ruhigen“ Silvester. Nirgendwo gab es größere Einsätze. „Die Leute haben sich vorbildlich verhalten“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Osthessen. Auch die Feuerwehren hatten viel weniger zu tun. Zur Eindämmung der Pandemie waren Feiern auf Straßen oder Plätzen untersagt. In der Öffentlichkeit durfte kein Alkohol getrunken werden. Silvesterpartys waren nicht erlaubt. An belebten Plätzen durfte kein Feuerwerk gezündet werden. In Städten und Kreisen mit hohen Fallzahlen herrschten Ausgangsbeschränkungen.

          Coronagemäßes Silvester: Menschen in vereinzelten Gruppen warten mit Sicherheitsabstand auf der Alten Brücke auf das vergleichbar kleine Feuerwerk.
          Coronagemäßes Silvester: Menschen in vereinzelten Gruppen warten mit Sicherheitsabstand auf der Alten Brücke auf das vergleichbar kleine Feuerwerk. : Bild: Finn Winkler

          Die Polizei hatte angekündigt, verstärkt Präsenz zu zeigen. Keines der sieben hessischen Polizeipräsidien konnte am Freitagmorgen von größeren Verstößen berichten. Gefordert war die Polizei vielerorts als Auskunftgeber: Es habe „jede Menge Anrufe“ gegeben, berichtete ein Sprecher des Polizeipräsidiums Südhessen. Mit wie vielen Leuten darf ich mich treffen? Darf ich um Mitternacht raus? Solche Fragen stellten die Bürger nicht nur den Polizeidienststellen, sondern auch bei der Notrufnummer 110. Auch vereinzelte Böller sorgten für vermehrte Anrufe, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Westhessen berichtete.

          Um Mitternacht riefen Bürger die Polizei an, um sie darauf hinzuweisen, dass es nebenan knallt. Außerhalb bestimmter Zonen waren Silvesterraketen aber erlaubt, was die Polizei dann den Anrufern erklärte.

          Wenige Brand- und Rettungseinsätze

          „Vereinzelte Verstöße durch Gruppenbildungen oder Alkoholkonsum im öffentlichen Raum“ blieben die Ausnahme. In Wiesbaden-Rambach wurde eine Party mit etwa 50 Personen aufgelöst. Die Polizei leitete 37 Verfahren ein - die anderen Gäste hatten sich zuvor entfernt. In Eschborn randalierten etwa 15 Jugendliche. Insgesamt zählte das Polizeipräsidium Westhessen 72 Verstöße gegen die Corona-Regeln.

          Die Kollegen in Südhessen meldeten 125 Verstöße. Dennoch war auch hier die Bilanz positiv: „Die geltenden Corona-Regelungen fanden in der Bevölkerung eine breite Akzeptanz“, hieß es im Polizeibericht. In Südosthessen lag die Zahl der Verstöße „lediglich im mittleren zweistelligen Bereich“. Auch die Feuerwehren hatten weniger zu tun als in vorherigen Jahren. „Der Jahreswechsel verlief aus Sicht der Feuerwehr Wiesbaden außerordentlich ruhig“, lautete eine Bilanz: Zwischen 23 Uhr und 8 Uhr gab es lediglich drei Brandeinsätze und zwei Hilfeleistungen.

          Auch in Frankfurt zählten die Einsatzkräfte lediglich 9 Brand- und 45 Rettungseinsätze. „Die üblicherweise arbeitsreichste Nacht des Jahres lief in einem sehr ruhigen Rahmen ab“, sagte ein Sprecher.

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