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Rüsselsheim : Protest gegen tödliche Schüsse auf Hunde

  • Aktualisiert am

Betroffen: In Rüsselsheim gehen mehrere Hundert Menschen für zwei Hunde auf die Straße. Bild: Michael Kretzer

Mehrere hundert Menschen trafen sich zu einer Kundgebung gegen die tödlichen Polizei-Schüsse auf zwei freilaufende, bissige Hunde. Zu der Demo kamen aber deutlich weniger Menschen als erwartet.

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          Mehrere hundert Menschen haben am Sonntag gegen die tödlichen Polizei-Schüsse auf zwei herrenlose, bissige Hunde in Rüsselsheim demonstriert. Die Polizei sprach von 350 bis 400 Demonstranten. Die Initiatoren hatten auf bis zu 5000 Teilnehmer gehofft. Das Mitführen von Hunden bei dem Protestzug war untersagt worden. Auf Plakaten standen Parolen wie: „Listenhunde sind keine Bestien“ und „Du hast versagt! Sowohl als Polizist wie auch als Mensch“ sowie „Stop killing dogs!“. Der Protest sei ruhig verlaufen, sagte ein Sprecher der Polizei.

          Polizisten hatten am Dienstag in der Rüsselsheimer Innenstadt die American Staffordshire Terriern erschossen, nachdem die Hunde zwei Männer angegriffen und verletzt hatten.

          Frage nach Verhältnismäßigkeit

          Anschließend kam es zu einer Protestwelle im Internet. Eine entsprechende Online-Petition hatte bis Sonntagnachmittag fast 82.000 Unterstützer gefunden. Die Polizisten waren beschimpft worden und erhielten Drohungen. Allerdings gab es auch Solidaritätsbekundungen mit der Rüsselsheimer Polizei im Internet, die tausende Nutzer unterstützen. Auch der Rüsselsheimer Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) stellte sich hinter die Beamten.

          Der hessische Tierschutzverband hatte sich am Samstag erschrocken vom Hass im Internet gezeigt. „Wir distanzieren uns ausdrücklich von Personen und Gruppierungen, die beleidigen, diffamieren und zu Straftaten aufrufen“, hieß es in einem offenen Brief an die Polizei und die Stadt Rüsselsheim. Zugleich forderte der Verband die Aufklärung der tödlichen Schüsse. Zu fragen sei, ob die Verhältnismäßigkeit ausreichend geprüft wurde und ob die beteiligten Beamten für einen solchen Einsatz ausgebildet waren.

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