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Trotz Gewerkschafter-Kritik : Opel-Partner Segula zuversichtlich: „Mehr Auswahl an Entwicklern“

Plakativer Protest: Opelaner in Rüsselsheim gegen einen Teilverkauf des Entwicklungszentrums an den Dienstleister Segula Bild: Michael Kretzer

Der Dienstleister Segula gibt sich zuversichtlich, in Rüsselsheim mit bisher für Opel tätigen Ingenieuren einen eigenen großen Standort aufbauen zu können. Vertrauensleute der IG Metall sagen derweil: „Segula – go home“.

          Am Tag nach der Bekanntgabe der Übereinkunft zum Entwicklungszentrum von Opel hat der Dienstleister Segula seine Zuversicht bekräftigt, bald in Rüsselsheim auf einen eigenen Campus für Autobauer und andere Kunden arbeiten zu können. „Wir sind sehr optimistisch, dass wir die notwendige Manpower zusammen bekommen werden“, sagte eine Sprecherin dieser Zeitung. Denn aufgrund der Übereinkunft bei Opel habe Segula nun sogar eine größere Auswahl unter den Ingenieuren der deutschen Tochterfirma der Peugeot-Mutter PSA. Segula könne nun grundsätzlich um alle Opel-Mitarbeiter im Entwicklungszentrum werben. Zumal Segula ihnen Stabilität biete. In dem Zentrum sind noch 6500 Beschäftigte tätig nach 7700 vor einem Jahr.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ganz anders beurteilen Vertrauensleute der IG Metall bei dem Autobauer die Lage und die Aussichten. Sie haben eine Resolution mit dem Titel „Segula – go home“. Die Zuversicht des Zulieferers für Auto-, Bahn-, Flugzeug- und Schiffsbauer empfinden sie als Provokation. In Deutschland sei er nicht mehr als ein Start-up. Sie halten dem Dienstleister einen Mangel an kaufmännischer Seriosität vor. Sein Geschäftsmodell beruhe auf dem Prinzip Hoffnung. Diesen Eindruck hätten die Vertrauensleute vor der sogenannten Einigungsstelle bekommen, vor der sich das Opel-Management und der Betriebsrat zusammenkamen.

          „Flächentarifvertrag als Grundlage“

          Ursprünglich hatte Opel Teile seines Entwicklungszentrums und bis zu 2000 Ingenieure an Segula als seinen strategischen Partner überführen wollen. Dafür in Frage kommenden Mitarbeiter wollte Opel selbst auswählen. Davon ist nach der Übereinkunft aber nun keine Rede mehr. Opel stellt jetzt die Entwickler vor die Wahl, entweder eine Abfindung zu nehmen oder an dem eigens um drei Jahrgänge erweiterten Altersteilzeit- und Vorruhestands-Programm teilzunehmen, falls sie die Firma verlassen wollen. Opel zählt dessen ungeachtet auf den Wechsel von Entwicklern zu Segula.

          Unter welchen Bedingungen die Beschäftigten dann bei Segula arbeiten werden, müssen die Tarifverhandlungen des Dienstleisters mit der IG Metall ergeben. Personalchef Udo Bekker sagte dazu: „Der Flächentarifvertrag der Gewerkschaft ist die Grundlage für bevorstehende Verhandlungen. Die allermeisten der Elemente des Vertrags wie die Gehaltstabellen wollen wir übernehmen, an anderen Stellen wollen wir passgenaue Lösungen für unser Unternehmen finden.“

          „Keinerlei Bodenhaftung“

          Die IG Metall vermisst aber ein verhandlungsfähiges Angebot. Überdies stoßen sich die Gewerkschafter an der Aussage von Segula, der Weg zur erfolgreichen Verwirklichung eines eigenen Entwicklungscampus sei mit der Übereinkunft bei Opel frei. Die Segula-Vertreter zeigten damit, „über keinerlei Bodenhaftung und Realitätssinn“ zu verfügen. Aus Sicht der Vertrauensleute sei die erzielte Einigung der „Einstieg in den Ausstieg“. Sie legen sich fest: „Der Engineering-Campus“ von Segula wird von nicht kommen.

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