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Unruhe in Rüsselsheim : Ohne Schlichter geht bei Opel derzeit wenig

Kurzarbeit im Opel-Werk: Insignia-Fertigung in Rüsselsheim. Bild: Unternehmen

In Rüsselsheim treffen sich das Management und Opel-Betriebsräte immer wieder vor der neutralen Einigungsstelle, um Konflikte auszutragen. Das ist jedoch nicht billig.

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          Was ist nur bei Opel los? Schon seit fast vier Wochen dringt aus dem Werk in Rüsselsheim nichts mehr nach außen. Die bisher letzte Nachricht stammt vom Beginn dieses Monats und kündete von anstehender Kurzarbeit im Produktionswerk in Südhessen. Die Mitarbeiter fertigen dort seit dem Ende der Produktion des kleinen Familien-Vans Zafira im Sommer nur noch das als Flaggschiff apostrophierte Mittelklassemodell Insignia. Zudem müssen Werk wie Belegschaft erst noch für den neuen Astra fit gemacht werden. Bis dahin braucht Opel die Spätschicht nicht. Zuvor hatte der über Monate verzögerte Teilverkauf des Entwicklungszentrums immer wieder für Gesprächsstoff gesorgt. Herrscht nun etwa Betriebsfrieden?

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Zu wünschen wäre es der Belegschaft wie der Geschäftsführung um ihren Vorsitzenden Michael Lohscheller. Doch der Umgang zwischen der Chefetage und den Arbeitnehmervertretern in der jüngeren Vergangenheit legt Zweifel nahe. Zumal der personelle Aderlass am Selbstverständnis vieler Mitarbeiter nagt und – wie weiter zu hören ist – der lange Arm des Managements der Konzernmutter als ein Anlass für Argwohn gilt. Zuletzt sind höchst unterschiedliche Unternehmenskulturen aufeinander geprallt. Sie haben die Fronten auf eine Weise verhärten lassen, wie es in deutschen Unternehmen unüblich ist. Wer sich unter mit der Angelegenheit vertrauten Personen umhört, erfährt düstere Prognosen zum Verhältnis von Management und Betriebsrat.

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