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Hessentag in Rüsselsheim : Bürgerfest mit Steinmeier

  • -Aktualisiert am

Rüsselsheimer Berühmtheit: Firmengründer Adam Opel als Statue vor dem Hauptportal der Autoschmiede Bild: dpa

Für den Hessentag im Juni poliert Rüsselsheim seine Schmuckstücke, holt den Main näher zur Stadt und erwartet hohen Besuch. Doch auch nach dem Großereignis bliebt Einiges zu tun.

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          Offiziell liegt Rüsselsheim noch gar nicht so lange „am Main“. Den Namenszusatz hat sich die Stadt, in deren Nähe allerdings schon zu Römerzeiten eine befestigte Straße am Fluss entlang führte, erst im Sommer 2015 vom Land Hessen genehmigen lassen.

          Markus Schug

          Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Und tatsächlich ist man seitdem näher an die Wasserstraße herangerückt, die bis dahin an vielen Stellen des mittlerweile aufwendig umgestalteten Ufers hinter struppigem Grün verborgen geblieben war. Schließlich soll das Mainvorland, die bisher als Parkplatz genutzte Fläche rund um das Leinreiter-Denkmal, bei der vom 9. bis 18.Juni geplanten Landesfeier unter dem Motto „Main Rüsselsheim, unser Hessen“ eine zentrale Rolle spielen.

          Eine Million Gäste erwartet

          Was sich etwa von der Terrasse des als Familienbetrieb geführten Hotels Höll, das in neuem Gewand an die Tradition des 1836 gebauten Gasthauses Mainlust anknüpft, gut beobachten lassen dürfte. Und was gleichermaßen für den auf der anderen Seite der alten Mainpforte geschaffenen neuen Aussichtspunkt gilt, der zu einem allerdings noch unvollendeten Vier-Sterne-Hotel-Komplex gehört.

          Dass sich in der Hessentagsstadt, die rund zehn Millionen Euro in die Infrastruktur steckte, vieles verändert hat, lässt sich nicht nur am Landungsplatz festmachen. Sondern es lässt sich auch auf Markt- und Friedensplatz sowie entlang der geplanten Hauptflaniermeile – Mainzer und Frankfurter Straße – erkennen.

          Dabei hofft Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU), der im Rathaus von dem Bündnis aus SPD, Grünen, Linke/Liste Solidarität und „Wir sind Rüsselsheim“ wegen „einer intransparenten Kosten-Aufstellung“ getadelt wird, gerade die versteckten Perlen der Stadt gut in Szene setzen zu können. Zum Beispiel den hinter Mauern verborgenen Verna-Park, den die früh verwitwete Freifrau Wilhelmine von Verna im 18.Jahrhundert als romantischen Landschaftsgarten nach englischem Vorbild gestalten ließ: mit künstlicher Ruine inklusive Illusionsmalerei, mit Mühle, Brunnen und Teich, Muschelkalk-Obelisk und Grotte. Für die Besucher des Bürgerfests, gut eine Million Gäste werden erwartet, soll es eine vom Maindamm über die Gartenmauer hinweg bis in den Stadtpark reichende Brücke geben.

          Ohne Opel alles nichts

          Andere Schmuckstücke, wie die für Kunstausstellungen bekannten Opelvillen und die 1954 von der Kommune erworbene Festung Rüsselsheim, die ein Stadt- und Industriemuseum beherbergt, sind ebenfalls längst herausgeputzt worden. Und dann gibt es ja noch, zwischen Frankfurter Straße und Stresemannallee, den 1980 angelegten, einzigen Weinberg der Stadt, der für das Selbstbewusstsein der Rüsselsheimer deshalb so wichtig ist, weil damit an eine „ganz alte Geschichte“ erinnert wird.

          Schließlich existiert eine Rechnung vom 13.März 1435, bei der es sich um die „weltweit erste urkundliche Erwähnung des Rieslings“ handeln soll. Nicht nur im Rheingau, sondern auch in Rüsselsheim gab es – zumindest bis zum Ersten Weltkrieg – früher etliche Weingärten. Von dem, was die etwa 250 Rebstöcke abwerfen, müssen die Winzerfreunde mehrere Flaschen als Pacht an die Stadt abführen. Die restlichen, meist mit kunstvollen Etiketten verzierten Weinflaschen des Rüsselsheimer Rieslings sind Jahr für Jahr begehrte Sammlerstücke.

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