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Pandemie in Hessen : Deutlicher Rückgang bei Neuinfektionen und Corona-Toten

Ein Schild in der Frankfurter Fußgängerzone weist auf die Maskenpflicht hin. Bild: dpa

Gut halb so viele Coronavirus-Neuinfektionen wie vor einer Woche stehen für Hessen zu Buche. Im Vergleich zum Hoch vom Freitag sind die Zahlen regelrecht abgestürzt. Vier von fünf Intensivbetten sind belegt.

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          Noch am Freitag meldete das Robert-Koch-Institut für Hessen 2325 Coronavirus-Neuinfektionen und damit einen Rekord. Hinzu kamen abermals zweistellige Covid-19-Opfer. Zu Wochenbeginn aber stehen erheblich niedrigere Zahlen zu Buche. Nur 552 neue Fälle hat das für die Seuchenbekämpfung verantwortliche Bundesinstitut verzeichnet. Das sind so wenige wie seit etwa anderthalb Monaten nicht mehr. Vor einer Woche waren es knapp doppelt so viele gewesen.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Neuinfektionen entsprechen etwa fünf Prozent der neuen Fälle im Bund. Hessen stellt aber acht Prozent der Gesamtbevölkerung. In der Vergangenheit entfiel oft ein höherer Anteil der Neuinfektionen auf das zentral gelegene Bundesland, als es der Bevölkerungsanteil hätte erwarten lassen. Hessen war also überproportional vertreten. Auch insofern wirken die aktuellen Angaben des RKI erfreulich.

          Zu berücksichtigen ist dabei: An Wochenenden werden verbreitet weniger Menschen auf das Coronavirus getestet als unter der Woche. Zudem kommt es zu Meldeverzug, weil nicht alle Gesundheitsämter ihre frischen Daten weitergeben. Deshalb ist auch regelmäßig von einer „Montagsdelle“ die Rede. Welchen Wert die aktuellen Zahlen haben, muss sich im Verlauf der Woche zeigen. Zumal weite Teile von Hessen auf der höchsten Warnstufe nach dem Eskalationskonzept des Landes liegen (siehe Karte); das gilt besonders für Südhessen.

          Die Stadt Offenbach bleibt einer der Hotspots in Deutschland. Das RKI weist aktuell 307 Fälle binnen Wochenfrist unter 100.000 Einwohnern aus. Das ist ein Minus von sage und schreibe 62 Punkten zum Sonntag. Für Frankfurt stehen 178 zu Buche nach 190. Wie Gesundheitsamts-Leiter Gottschalk im F.A.Z.-Interview sagt, soll es zwei Impfzentren in der Stadt geben. Für den Landkreis Offenbach ist von 230 die Rede nach 253. Im Kreis Groß-Gerau stagniert der zentrale Wert laut RKI-Internetseite bei knapp 220.

          Wie die Behörde weiter meldet, sind sechs weitere Todesfälle im Zusammenhang mit der Pandemie zu betrauern. Aber auch das bedeutet einen deutlichen Rückgang im Vergleich zu den vergangenen Tagen und Wochen. Umgekehrt gelten etwa 1300 Personen als mittlerweile genesen, wobei das RKI diese Zahl nur schätzt. Alles in allem gelten 48.200 der bisher registrierten 76.341 Infektionen als ausgestanden. 1033 Personen sind offiziell an den Folgen einer Covid-19-Infektion gestorben.

          Nach Daten des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin vom Montag Morgen lagen hessenweit 326 Corona-Patienten auf Intensivstationen. 195 der Patienten werden demnach beatmet. Insgesamt sind 83,18 Prozent aller betreibbaren Intensivbetten im Bundesland belegt, wie die dpa meldet.

          Das hessische Sozialministerium veröffentlicht täglich eine Übersicht der Corona-Entwicklung, aufgeschlüsselt nach Kreisen und kreisfreien Städten. Es bezieht sich dabei auf Zahlen des RKI. In den ersten Wochen der Pandemie berücksichtigte es auch Daten des Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamts im Gesundheitswesen beim Regierungspräsidium Gießen, dem die Gesundheitsämter die jeweils neuen Fälle melden müssen. Um Einheitlichkeit herzustellen, nimmt das Ministerium nun nur noch die RKI-Angaben.

          Aus Frankfurter Sicht ist grundsätzlich wichtig: Die am Flughafen genommenen positiven Tests werden nicht der Stadt zugeordnet. Vielmehr schlagen sie sich nach Angaben des Sozialministeriums in der Statistik des Gesundheitsamts nieder, das für den jeweiligen Reiserückkehrer zuständig ist. Das kann auch das Frankfurter Amt sein oder ein anderes in Hessen, aber eben auch eine Behörde in einem anderen Bundesland.

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