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Rückblick für Rhein-Main : Leute des Jahres 2019

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Leute des Jahres 2019: Sie haben in Rhein-Main etwas bewegt, meistens nach vorne, mitunter auch zurück. Bild: ZB

Sie haben im zu Ende gehenden Jahr etwas bewegt, meistens nach vorne, mitunter auch zurück: „Leute 2019“ in der Rhein-Main-Region. Die Frauen und Männer stehen stellvertretend für viele andere, die in den vergangenen zwölf Monaten Schlagzeilen machten.

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          Niklas Kaul, Supermann,

          ging mit seiner Leistung bei der Leichtathletik-WM in Doha in die Geschichtsbücher ein: Mit herausragenden 8691 Punkten krönte sich der 21 Jahre alte Mainzer zum jüngsten Zehnkampf-Weltmeister aller Zeiten. Als die Favoriten schwächelten oder verletzt ausschieden, haute Kaul mit einer für sein Alter bemerkenswerten Coolness nach einem soliden ersten Tag in drei Disziplinen persönliche Bestleistungen raus: mit Diskus, Stab und Speer – die 79,05 Meter bedeuteten sogar Weltrekord innerhalb eines Zehnkampfes. „Ich bin vielleicht nicht der beste, aber der konstanteste Zehnkämpfer im Feld“, kommentierte er seinen Auftritt. Mit der gleichen Souveränität meisterte er alles, was anschließend an Ehrungen und Talkshows auf ihn einprasselte. Vom Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Mainz bis zur Wahl zu Deutschlands Sportler des Jahres. (ehu.)

          Gert-Uwe Mende: Seit 2019 Oberbürgermeister von Wiesbaden.

          Gert-Uwe Mende, Triumphator,

          gelang in diesem Jahr der Sprung vom kommunalpolitischen Nobody zum Oberbürgermeister von Wiesbaden. Dabei hatte der gelernte Journalist und langjährige Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion als ehrenamtlicher Dotzheimer Ortsvorsteher gerade die ersten Gehversuche in der Stadtteilpolitik hinter sich gebracht. Mende überzeugte erst die von Sven Gerichs Rückzug konsternierten Genossen und im Anschluss auch die Mehrheit der Wiesbadener Wähler mit seiner zurückhaltenden, freundlichen und verbindlichen Art. Sein Sieg in der Stichwahl war auch dank einer von innerparteilichen Krisen geschüttelten CDU souverän. Und als Oberbürgermeister hatte Mende einen guten Start, unter anderem durch die Entschärfung eines heftigen Personalstreits in der Rathauskooperation. (obo.)

          Stefanie Berk, Absturzopfer,

          konnte kaum anderes tun: Mit einem Insolvenzantrag versuchte die Geschäftsführerin von Thomas Cook Deutschland noch zu verhindern, dass das Oberurseler Unternehmen vom überschuldeten Mutterkonzern in London mit in den Abgrund gezogen wurde. Immerhin konnte die deutsche Tochter gute Zahlen vorweisen. Doch den Insolvenzverwaltern gelang es nicht, einen Käufer für das gesamte Unternehmen zu finden, es wurde zerschlagen, und fast 1000 Mitarbeiter in Oberursel verloren ihren Job. Damit endet eine Ära, denn Thomas Cook war der Nachfolger von Neckermann Reisen, jenem Frankfurter Unternehmen, mit dem der Frankfurter Versandhändler Josef Neckermann 1963 Pauschalreisen popularisiert und erschwinglich gemacht hatte. (fahe.)

          Ferdinand Neess, Ornamentliebhaber,

          hat gleichsam im Alleingang Wiesbaden zu einem Zentrum des Jugendstils gemacht. Nicht dass diese Kunstrichtung, die das gesamte Alltagsleben der Menschen mittels Gestaltung auf ein höheres Level des Genusses und der Selbsterkenntnis hieven wollte, in der Kurstadt keine Spuren hinterlassen hätte. Aber mit der Sammlung Neess, die dem Museum Wiesbaden eine völlig neue Ausrichtung gibt, sind dort nun exemplarische Werke aus der Zeit um 1900 von erstklassiger Qualität und einer frappierenden ästhetischen Vielfalt versammelt. Die Fachleute werden noch Jahre damit zu tun haben, den Bestand wissenschaftlich zu bearbeiten. Der Sammler und seine Frau schätzen sich indes glücklich, ihre wertvollen Objekte an einem Ort zu wissen, wo sie auf Dauer bewahrt werden und der Öffentlichkeit zugänglich sind. Doch es gibt keinen Zweifel: Ihre Schenkung ist nicht nur großzügig, sondern ein epochaler mäzenatischer Akt. (zer.)

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