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Rückblick für Rhein-Main : Leute des Jahres 2019

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Tatjana Cyrulnikov, Retterin,

hat sich bereit erklärt, ein Amt unter erschwerten Umständen anzunehmen. Nachdem die Wahl des NPD-Funktionärs Stefan Jagsch zum Ortsvorsteher von Altenstadt-Waldsiedlung in der Wetterau für Aufsehen und Empörung gesorgt hatte, ließ sich Cyrulnikov nicht lange bitten, als es darum ging, einen Nachfolger zu küren. Vor einer großen Reporterschar stellte sie sich der Wahl. Wozu Mut gehörte, zumal für eine Dreiundzwanzigjährige, die bis dahin noch nie im Rampenlicht gestanden hatte. Damit, dass das Votum für die Nachwuchspolitikerin von der CDU einmütig zustande kam, sendete der Ortsbeirat nicht nur die Botschaft, dass er doch nicht dafür steht, Rechtsextreme salonfähig zu machen. Das überzeugende Votum kam auch zustande, weil Cyrulnikov unvorbelastet war, sie hatte Jagsch nämlich nicht mitgewählt. (was.)

Mike Josef, Städtebauer,

ist mit seiner Idee, die Stadt Frankfurt im großen Stil mit einem Sprung über die Autobahn 5 in Richtung Steinbach und Oberursel weiterzuentwickeln und einen neuen Stadtteil für bis zu 30.000 Menschen zu bauen, erst einmal gescheitert. Regionalpolitiker von CDU, FDP, Grünen und AfD haben deutlich gemacht, dass sie den mit ihnen nicht abgestimmten Plänen des Frankfurter SPD-Planungsdezernenten vorerst nicht folgen werden. Furcht vor einem „Siedlungsbrei“ à la London oder Paris und zu starke Eingriffe in regionale Grünzüge und in Frischluftschneisen sind ihre Argumente. Statt großer „Josefstadt“ bleibt dem aufstrebenden Frankfurter Politiker, der in Personalunion SPD-Parteichef ist, Praunheim und die Nordweststadt bis an die Autobahn zu erweitern. Das ist dann nur ein „Josefstädtchen“, aber allemal besser, als seine Zukunftsvision für Frankfurt gänzlich zu den Akten legen zu müssen. (mch.)

Elisabeth Jreisat: Geschäftsführerin von Hessenwasser

Elisabeth Jreisat, Versorgerin,

schützt mehr als zwei Millionen Menschen in der Rhein-Main-Region davor, buchstäblich auf dem Trockenen zu sitzen. Besonders gefragt ist die Weitsicht der Ingenieurin, wenn an heißen Sommertagen, wie in diesem Sommer im zweiten Jahr in Folge, mancherorts die Quellen versiegen. Jreisat, seit Juli 2016 Geschäftsführerin der Hessenwasser, eines regionalen Zusammenschlusses, der rund 50 Städte und Gemeinden im Rhein-Main-Gebiet mit Trinkwasser versorgt, gibt Entwarnung: Baut die Region rechtzeitig mit ausreichend Förderrechten, Leitungen und Speicherkapazitäten vor, ist durch das Aufbereiten und Versickern von gefiltertem Rheinwasser im Hessischen Ried kein Engpass an dem lebenswichtigen Gut Trinkwasser zu befürchten. Selbst dann nicht, wenn die Region weiter wächst und heiße Sommer zur Regel werden. (mch.)

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