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Rückblick für Rhein-Main : Leute des Jahres 2019

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Gesa Krause, Rekordläuferin,

hat über 3000 Meter Hindernis die Bronzemedaille bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Doha gewonnen. Mit Taktik, Mut und Cleverness gelang der gebürtigen Hessin die Wiederholung ihres Erfolges von 2015 – und das in deutscher Bestzeit. Seit acht Jahren bereits gehört die Siebenundzwanzigjährige, die als Teenager beim TV Dillenburg und später bei der LG Eintracht Frankfurt trainierte, zur Weltspitze. Krause bleibt eine der großen Hoffnungsträgerinnen des deutschen Sports für die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio. (ler.)

Peter Feldmann, Dienstwagenfahrer,

hat 2019 zweimal überregional Aufsehen erregt und beide Male ging es um Autos. Das erste Mal stand der Frankfurter Oberbürgermeister zur IAA-Eröffnung in den Schlagzeilen – mit einer Rede, die er gar nicht gehalten hatte. Oder, wie er es selbst darstellte: Die ihm wegen automobilkritischer Ausrichtung untersagt wurde. Das ließ er sich jedoch nicht bieten, veröffentlichte das Manuskript und erreichte so weit mehr Aufmerksamkeit, als wenn er tatsächlich gesprochen hätte. Aber nicht immer ist Schweigen Gold. Das erfuhr der SPD-Politiker, als durch die Aufdeckung des Awo-Skandals bekannt wurde, dass seine Frau als Kita-Leiterin ein fragwürdiges Topgehalt samt Dienstwagen erhalten hatte. Feldmann äußerte sich erst gar nicht, dann flapsig und zeigte erst spät Einsicht, indem er versprach, das Geld für den Dienstwagen sowie zu viel gezahltes Gehalt zurückzuerstatten. Wie stark sein Ruf lädiert ist, hängt auch davon ab, was in der Awo-Affäre noch ans Licht kommt. (trau.)

Martin Zielke, Bauherr,

weiß mitten bei der Sanierung der von ihm geführten Commerzbank nicht wirklich, ob das neue Haus, an dem er derzeit werkelt, jemals bewohnbar sein wird. Denn die Risiken auf der Baustelle sind vielfältig. Die Niedrigzinsen greifen die Erträge der Banken an, die als „Perle“ des Hauses bezeichnete Direktbank mBank soll verkauft, die Comdirect stärker integriert werden. Gleichzeitig will die zweitgrößte Privatbank des Landes ein Reformprogramm umsetzen, dem nicht nur 4300 Stellen zum Opfer fallen, sondern bei dem auch noch rund 200 Filialen geschlossen werden sollen, obwohl sich der Konzern gerade durch das dichte Filialnetz von der Konkurrenz absetzen wollte. Immer wieder gibt es zudem Gerüchte über Zusammenschlüsse und Übernahmen. Dem Aktienkurs jedenfalls verhilft das zu keinen Höhenflügen, im Gegenteil, er bewegt sich nahe der Fünf-Euro-Marke. (ddt.)

Priska Hinz: Staatsministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Hessen

Priska Hinz, Überlebenskünstlerin,

zeigt, wie man sich trotz skandalöser Fehler im Amt hält. Acht Tage lang blieb im Haus der grünen Umweltministerin eine Mail liegen, in der ihr Ressort über den Verdacht informiert wurde, dass Produkte des nordhessischen Wurstherstellers Wilke einen gefährlichen Stamm von Listerien enthielten. Wie schwerwiegend diese Verzögerung war, steht fest, seitdem die Behörden die Keime mit dem Tod von drei Menschen und 37 Erkrankungen in Verbindung bringen. Hinz sprach von einem Fehler, den sie mit einem durch Krankheit bedingten „personellen Engpass“ erklärte. Sie verwies auf eine Gesetzesänderung und unterstrich unermüdlich das Versagen des zuständigen Landkreises und des Regierungspräsidiums. Das genügte, um die Opposition mit ihrer Kritik ins Leere laufen zu lassen. Wenig später musste die Umweltministerin mitteilen, dass Hessen sein Klimaziel für 2020 nicht werde einhalten können. Die Verantwortung dafür trage der Bund, unterstrich die Umweltministerin. So wird aus dem Spiel „Schwarzer Peter“ ein politisches Instrument. (htr.)

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