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Finanzaffäre in Frankfurt : Verzicht auf Awo-Posten

Roth will nicht: Vorgesehenes Awo-Vorstandsmitglied verzichtet auf Posten. Bild: dpa

Eigentlich ist Klaus Roth als Vorstandsmitglied des skandalträchtigen Frankfurter Kreisverbands der Arbeiterwohlfahrt vorgesehen gewesen. Doch nun kam der Rückzieher.

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          Klaus Roth, designiertes Vorstandsmitglied der Frankfurter Arbeiterwohlfahrt (Awo), verzichtet laut Kreisverband darauf, seinen Posten anzutreten. „Wir arbeiten gerade intensiv an der Neuaufstellung unseres Verbandes und möchten gestärkt aus der laufenden Krise hervorgehen“, wird Roth in einer Mitteilung zitiert. „Ich habe mich sehr auf die neue Herausforderung gefreut, stelle aber gerne die Bedürfnisse des Verbandes an erste Stelle.“

          Tobias Rösmann

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Roth leitet zurzeit die Abteilung Kindertagesstätten. Er war als Nachfolger für den im Zentrum des Awo-Skandals stehenden, mittlerweile zurückgetretenen Geschäftsführer Jürgen Richter vorgesehen. Den Vorstandsposten habe ihm das Präsidium „bereits Mitte des vergangenen Jahres“ zugesagt, äußerte Roth. Allerdings war dieses ehrenamtliche Gremium um den Vorsitzenden Ansgar Dittmar kurz vor Weihnachten nach massivem Druck zurückgetreten und hatte so die Konsequenz aus dem Skandal um zwielichtige Geschäfte, überzogene Gehälter, Luxus-Dienstwagen und Mobbing gegen Mitarbeiter gezogen. Am 18. Januar sollen die Delegierten einer Kreiskonferenz, die einer Mitgliederversammlung ähnelt, ein neues Präsidium wählen.

          Unterdessen hat der Awo-Bundesverband schriftlich angekündigt, die Prüfungen der auffälligen Kreisverbände in Frankfurt und Wiesbaden fortzusetzen. Der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Stadler sagte: „Unser Ziel ist die lückenlose Aufklärung aller Vorwürfe.“ Dazu werde der Bundesverband demnächst auch Gespräche mit der Stadt Frankfurt führen. Die beteiligten Kreisverbände, weitere Gesellschaften und die Johanna-Kirchner-Stiftung müssten vollständig entflochten werden. „Wir werden alle Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.“

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