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Rosentage : Hauptsache, auffällig und mit vielen Dornen

  • -Aktualisiert am

Diese Rosen liegen dieses Jahr im Trend: Kletterrose „Rosengarten Zweibrücken“, Edelrose „Chandos Beauty“ und Kletter- Ramblerrose „Rosilia“. Bild: Wolfgang Eilmes

In Steinfurth wird bei den Rosentagen die Blume aller Blumen gefeiert. Bei dem Fest öffnen Rosenzüchter und das Rosenmuseum.

          Siegfried Karlin kann nicht durch den Rosengarten laufen, ohne kurz anzuhalten und an den Blüten zu riechen. Der Duft nach Zitrone und Pfirsich empfängt ihn schon am Ein-gang, an dem sich die Rose „Rosengarten Zweibrücken“ um einen Torbogen rankt. „Hier haben wir schon die Hälfte rausgeschnitten“, sagt er begeistert. „Und trotzdem blüht sie noch so dicht.“

          Auf dem Gelände der Rosen-Union ist viel Betrieb, in jeder Ecke werkelt ein Mitarbeiter vor sich hin. Dieses Wochenende finden die Steinfurther Rosentage statt. Bei dem Fest haben alle Rosenzüchter und das Rosenmuseum geöffnet, sie bieten Workshops und Führungen an und feiern ihre liebste Pflanze. An diesen Tagen steht Deutschlands ältestes Rosendorf kopf. Geschäftsführer Karlin hingegen wirkt gelöst, die Vorbereitungen seien gut gelaufen, mehr könne man eh nicht machen. Er genießt lieber den Blick in seinen Schaugarten.

          Orangefarbene Rosen liegen im Trend

          „Im Moment ist er phantastisch. Jetzt ist die beste Zeit, den Charme der Rosen zu sehen.“ Auch die violette „Rosengarten Zweibrücken“ zeigt sich zurzeit in ihrer schönsten Pracht. Sie wurde erst 2010 gezüchtet und blüht von Juni bis Oktober. Auch letztes Jahr sei sie schon sehr gefragt gewesen, erinnert sich Karlin. Aber auch diese Saison werde die lila Kletterpflanze noch von vielen Kunden gekauft.

          Der Verkaufsschlager schlechthin seien dieses Jahr aber orangefarbene Rosen. Egal ob groß, klein, dornig oder nicht – Orange blüht dieses Jahr in jedem Garten. Karlin ist dem Trend gefolgt und hat viele orange Blumen in seinem Garten gepflanzt. Der Geschäftsführer hat auch eine Erklärung für diese Entwicklung: „Die Gärten werden immer kleiner, und dann wollen die Leute Lichtblicke haben“, sagt er. „Alle Sorten, die aus dem Standard rausfallen, werden gekauft wie verrückt.“ Dazu gehöre vor allem Orange. Klassische rote Rosen seien schon lange nicht mehr auf Platz eins der Käufer. Es darf auffallen, im Hobbyrosengarten.

          Die „Fellowship“, eine Beetrose mit leuchtend orange Blüten, ist dafür genau das Richtige und deshalb schon fast ausverkauft. Die „Fellowship“ hat noch einen Vorteil: Sie blüht durchgehend das ganze Jahr über. Auch den heißen Sommer überlebt sie problemlos. Das gilt aber auch für andere Sorten. „Rosen sind Sonnenkinder“, weiß Karlin. „Sie waren die einzigen Pflanzen, die den Hitzesommer unbeschadet überstanden haben.“ Nur bei Temperaturen unter minus drei Grad sind die zarten Blüten etwas empfindlich.

          Ebenfalls etwas Besonderes fürs Auge ist die Rose, deren Name nicht treffender sein könnte. Die „Rosilia“ ist, genau wie die „Rosengarten Zweibrücken“, eine Ramblerrose, also eine stark wachsende Rank- und Kletterrose. „Dadurch entsteht ein richtig großer, rosaroter Vorhang“, sagt Karlin. Die Sorte gibt es erst seit vier Jahren, sie wurde neu gezüchtet. Bei der Pflege ist aber Vorsicht geboten: Rosilia ist mit reichlich Dornen ausgestattet. Doch das sollte die Käufer nicht abschrecken, sagt Karlin. „Meistens sind die schönsten Rosen gut bewehrt.“

          Duftende Rosen

          Wer Rosen lieber des Geruchs wegen kauft, ist mit der „Chandos Beauty“ gut beraten. Mit ihren großen weißen Blüten ist die Rose zwar auch schön anzuschauen, der Duft ist aber noch schöner. Die Edelrose riecht intensiv fruchtig und erinnert an Mandeln und Pfirsiche. „Bei dieser Art sagen die Leute meistens: ,Endlich mal ein klassischer Rosenduft‘“, sagt Karlin. Die „Chandos Beauty“ sei zudem noch sehr wetterbeständig. Gerade bei den starken Regengüssen in den letzten Tagen mache sich das bezahlt. Anders als andere Sorten fault die „Chandos Beauty“ nach starkem Regen nicht, sondern bleibt in ihrer weißen Pracht erhalten.

          Lässt Blumen sprechen: Siegfried Karlin mit einer Auswahl sogenannter Trend-Rosen.

          Karlin freut sich schon darauf, am Wochenende seinen Schaugarten den vielen Besuchern zu zeigen. Seit mehr als 150 Jahren dreht sich in dem kleinen Stadtteil von Bad Nauheim alles um die Rose. Auch wenn es in den vergangenen Jahren immer weniger Betriebe gibt, die sich um Aufzucht und Pflege kümmern, steht die Rose einmal im Jahr im Mittelpunkt des Ortes.

          Am Wochenende öffnen neben der Rosen-Union auch der Rosenpark Dräger, der Rosenhof Schultheis und die biologische Rosenschule Ruf sowie das Rosenmuseum ihre Türen. Auch Karlin wird einen Workshop anbieten und den Besuchern zeigen, wie ein richtiger Sommerschnitt aussieht. Denn auch wenn Steinfurth nur noch ein Wochenende im Jahr die Rosen feiert, bei Karlin steht die Blume 365 Tage im Mittelpunkt.

          Die Steinfurther Rosentage finden am Samstag, 15.06.2019 und Sonntag, 16.06.2019 von 10 bis 18 Uhr statt. Zwischen den Rosenschulen verkehrt ein Shuttlebus. Weitere Infos zum Programm gibt es unter www.das-rosendorf.de.

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