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Dirigent Riccardo Sahiti : „Mein Leben wollte es so“

Leiter seines eigenen Orchesters: Riccardo Sahiti in seiner Frankfurter Wohnung Bild: Wolfgang Eilmes

Dirigiert hat er schon als Kind im Kosovo vor dem Spiegel. Nach vielen Umwegen gründete Riccardo Sahiti später in Frankfurt die Roma und Sinti Philharmoniker.

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          Dass er einst am Pult eines von ihm gegründeten Orchesters auftreten würde, in der Berliner Philharmonie, der Alten Oper Frankfurt und anderen bekannten Konzerthäusern in ganz Europa, hätte Riccardo Sahiti sich nicht träumen lassen. Schon gar nicht in seinen ersten Frankfurter Jahren. Inzwischen begreift der Gründer und Leiter der Roma und Sinti Philharmoniker, der vom damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck vor vier Jahren mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, alles als Fügung oder Bestimmung, wie er während des Gesprächs immer wieder hervorhebt: „Mein Leben wollte es so.“

          Guido Holze

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          1992, als in seiner Heimat Jugoslawien Krieg herrschte, kam er nach Frankfurt, wo eine seiner Schwestern schon seit längerer Zeit arbeitete. Zu Hause hatte er ungeachtet hervorragender Leistungen in nationalistisch aufgeheizten Zeiten keine Chance mehr gesehen, als Roma eine Anstellung als Dirigent zu finden, erst recht nicht in der damals politisch schon eskalierten Situation. In Frankfurt lebte er zunächst in der Wohnung seiner Schwester und hielt sich mit kleinen musikalischen Tätigkeiten wie dem Leiten von Blockflötenensembles über Wasser. Gut zehn Jahre lang leitete er kein Orchester. Dabei hatte sein Studium ihn als Dirigenten auf eine Tournee durch Russland geführt.

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