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Koalition will keine Miete : Autonome zahlen nichts

  • -Aktualisiert am

Bleibt wohl weiterhin mietfrei: die Au im Frankfurter Stadtteil Rödelheim Bild: Helmut Fricke

Die „Au“ und andere von Linksautonomen verwaltete Gebäude in Frankfurt werden von der Römer-Koalition „nicht angefasst“. BFF und CDU kritisieren das Versprechen der künftigen Stadtregierung.

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          Die künftige Frankfurter Koalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt hat nicht die Absicht, die Bewohner eines seit fast 40 Jahren besetzten Gebäudes im Stadtteil Rödelheim zu Mietzahlungen zu veranlassen. Das sogenannte autonome Kulturzentrum und Wohnprojekt mit der Adresse „In der Au 14-16“ werde, ebenso wie andere von Linksautonomen verwaltete Gebäude in der Stadt, „nicht angefasst“, versprach der Grünen-Stadtverordnete Bastian Bergerhoff im Haupt- und Finanzausschuss der Stadtverordnetenversammlung. Es gebe in der Stadt weitaus wichtigere Themen, fügte Bergerhoff, der in der künftigen Stadtregierung Kämmerer werden soll, hinzu. Michael Müller (Die Linke) hieb in die gleiche Kerbe. „Es gibt keinen einzigen Grund, am derzeitigen Zustand der autonomen Zentren irgendwas zu verändern“, äußerte er.

          Ralf Euler
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die CDU und die BFF/BIG-Fraktion fordern hingegen in getrennten Anträgen, der Magistrat möge mit den Besetzern der „Au“ einen Mietvertrag abschließen. Der Stadt entgingen seit dem Kauf des schon damals besetzten Gebäudes im Jahr 1988 Einnahmen, die dringend für Schulen, Kindergärten und soziale Einrichtungen benötigt würden, argumentiert die CDU. Außerdem bleibe die Kommune auf den Kosten für Straßenreinigung, Müllabfuhr, Gebäudeversicherung und Heizungsemmissionsmessungen sitzen. Die Tatsache, dass die Hausbesetzer mittlerweile seit Jahrzehnten auf Kosten der Allgemeinheit lebten, müssten doch wohl selbst die Grünen als „nicht ganz richtig“ empfinden, sagte CDU-Fraktionschef Nils Kößler im Ausschuss.

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