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Pünktlichkeit der Bahn : Abfahrt zur gewünschten Zeit

Verkehrsknotenpunkt Frankfurt: Der RMV will die Pünktlichkeit mit modernisierten S-Bahnen verbessern. Bild: Helmut Fricke

Eine halbe Million Gäste befördern die S-Bahnen des Rhein-Main-Verkehrsverbundes täglich. Für Verspätungen soll da kein Platz sein. So soll die Pünktlichkeitsrate wieder auf 95 Prozent steigern.

          Das größte Problem der S-Bahn im Rhein-Main-Gebiet ist ihre Unpünktlichkeit. Viel zu viele Bahnen verspäten sich. Mit einer Pünktlichkeitsrate von lediglich 92 Prozent im vergangenen Jahr hat der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), in dessen Auftrag die Bahn die S-Bahn betreibt, sein Ziel, die Quote wieder auf etwa 95 Prozent zu steigern, verfehlt. Nun versucht der RMV durch eine Vergrößerung der Fahrzeugflotte, die Verspätungen zu reduzieren.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          „Überschlagene Wende“ lautet dabei das Zauberwort. Heute kommt es vor, dass ein Zug an einem der Endpunkte der S-Bahn-Linien mit fünf oder sieben Minuten Verspätung ankommt. Diesen Zeitverlust nimmt er bei seinem nächsten Einsatz wieder mit, wenn er, wie üblich, an der Endhaltestelle sich sofort wieder auf den Rückweg macht. Die neue Lösung soll so aussehen, dass am Endpunkt schon ein Zug wartet und pünktlich abfährt – unabhängig davon, wann der vorhergehende Zug einfährt. Diese Regelung heißt „überschlagene Wende“ und soll zunächst auf der Linie S1 zwischen Ober-Roden und Wiesbaden zum Einsatz kommen, wie RMV-Chef Knut Ringat und S-Bahn-Chef Christian Roth jetzt bekanntgaben.

          Verstärkung der Zugflotte

          Allerdings lässt die Verstärkung der Zugflotte, die dafür notwendig ist, noch auf sich warten. Erst vom Ende dieses Jahres an werden nach und nach 14 Elektrotriebwagen der Baureihe 425 den Fuhrpark der S-Bahn verstärken. Die zusätzlichen Fahrzeuge sollen vor allem auf den Pendelfahrten zwischen dem Frankfurter Hauptbahnhof und dem Flughafen sowie zwischen Frankfurt und Riedstadt-Goddelau zum Einsatz kommen. Der RMV beziehungsweise die Bahn als S-Bahn-Betreiber müssen dafür keine neuen Züge kaufen, die Fahrzeuge sind vielmehr schon vorhanden und wurden bisher auf verschiedenen Regionalzug-Strecken genutzt. Für ihren Einsatz im S-Bahn-Verkehr müssen sie freilich modernisiert und umgebaut werden. So erhält jedes Fahrzeug zum Beispiel neue Sitzpolster, das für S-Bahnen übliche Fahrgastinformationssystem mit Bildschirmen im Innenraum sowie eine neue Innenbeleuchtung mit LED. Der Umbau eines Zuges dauert laut RMV etwa sechs Wochen, mit der Modernisierung soll im Januar 2019 begonnen werden.

          Von Dezember 2018 bis September 2019 werden vier der Fahrzeuge noch in ihrem alten, nicht modernisierten Zustand im Einsatz sein. Danach sollen aber auch sie umgerüstet und technisch auf einen besseren Stand gebracht werden. Bis Ende 2020 sollen den Planungen zufolge alle 14 neuen Fahrzeuge modernisiert sein.

          Freilich sollen nicht alle Züge für die „überschlagene Wende“ an den Endpunkten verwendet werden. Da immer mehr Fahrgäste die S-Bahn nutzten, kann laut Ringat der RMV zusätzliche Wagen einsetzen, um mehr Platz zu schaffen und so den Komfort zu erhöhen. Und nicht zuletzt könne die S-Bahn mit Hilfe der neuen Züge ihr Angebot perspektivisch erweitern. Mit den zusätzlichen Fahrzeugen wächst die S-Bahn-Flotte von heute 191 Wagen auf 205.

          Mehr Komfort beim Ein- und Aussteigen

          Die neuen Züge bieten mehr Komfort beim Ein- und Aussteigen. Zumindest auf der Linie S7. Am Regionalbahnhof des Flughafens und am Frankfurter Hauptbahnhof können die Fahrgäste dann stufenfrei den Zug betreten und verlassen. Vor allem Kunden mit schwerem Gepäck am Flughafen werden darüber besonders erfreut sein.

          Eine etwas verbesserte Pünktlichkeit im S-Bahn-System könnte sich schon nach den Sommerferien am 6. August einstellen. Denn dann werden das elektronische Stellwerk für den Frankfurter S-Bahn-Tunnel fertiggestellt und die zusätzlichen Signale im Tunnel eingebaut sein. Dadurch, so die Hoffnung beim RMV und bei der Bahn, können die Züge etwas schneller durch die Röhre unter der Frankfurter Innenstadt fahren, wodurch die Zeitpuffer für die S-Bahn minimal größer werden könnten. Verspätungen sollen dadurch etwas ausgeglichen werden.

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