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Öffentlicher Nahverkehr : RMV-Daten nun doch auf Google Maps

  • Aktualisiert am

Der Online-Kartendienst Google Maps zeigt nicht nur geeignete Routen in New York an, sondern kann nun auch RMV-Daten im Rhein-Main-Gebiet richtig verarbeiten. Bild: AP

Wer im Rhein-Main-Gebiet mit Bus und Bahn ans Ziel wollte, wurde auf Google Maps jahrelang in die Irre geführt. Das hat sich nun geändert.

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          Unter den Online-Kartendiensten für Smartphones und andere Geräte ist der Routenplaner Google Maps besonders weit verbreitet. Doch ausgerechnet dort waren die Bus-, U-Bahn- und Straßenbahnverbindungen im Tarifgebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) bislang nicht auffindbar. Nur S-Bahnen, Regional- und Fernzüge wurden angezeigt. Wer sich mit Hilfe von Google Maps mit öffentlichen Verkehrsmitteln ans Ziel navigieren lassen wollte, dem zeigte das Programm oft absurde Umwege an und empfahl beispielsweise lange Fußmärsche, obwohl vor der Tür eine Straßenbahnhaltestelle lag. Das hat sich nun geändert: Seit Mitte Mai werden auch die lokalen Verkehrsmittel angezeigt.

          Frankfurt bildete eine Ausnahme: In anderen Großstädten waren die Verbindungen, von denen Touristen und Einheimische profitieren, schon seit vielen Jahren auch auf Google Maps abrufbar. In Internetforen ist die Erleichterung spürbar, dass dies nun auch für das Rhein-Main-Gebiet gilt: „Dass ich das noch erleben darf!!!“, schreibt ein Nutzer der Internetseite Reddit. „Wow, endlich. Das hat mich schon so lang gestört“, kommentiert ein anderer. Ein dritter meint: „Tolle Nachricht danke. Am meisten profitieren die Touristen die hier nur ein paar Tage sind.“ Ein anderer wiederum freut sich, dass er Besuchern nicht mehr x-mal erklären müsse, dass sie die U-Bahn nehmen sollen, obwohl bei Google keine Verbindung angezeigt wurde. „Hab mich schon echt für Frankfurt geschämt, dass das ewig nicht funktioniert hat“, schreibt ein anderer.

          In anderen Großstädten funktioniert das Angebot nämlich schon seit vielen Jahren reibungslos. Gerade Ortsfremde orientieren sich oft mithilfe von Routenplanern und wurden in Frankfurt und Umgebung jahrelang auf Google Maps fehlgeleitet. Doch nun kann man auf dem Stadtplan eine Adresse angeben oder ein beliebiges Gebäude auswählen und sich mit Bus und Bahn dorthin lotsen lassen. Sogar Verspätungen werden angezeigt. Zwar hat der RMV auch ein eigenes, kartengestütztes Angebot. Aber dieser Dienst ist nicht besonders bedienungsfreundlich, und kaum ein Tourist und auch nur wenige Einheimische kennen ihn. Ortsfremde installieren wohl auch selten die App des lokalen Verkehrsverbunds auf ihrem Handy, wenn sie einen Städtetrip planen. Kurzum: Der Service hat gelitten.

          Ein Internetnutzer im Chatforum Reddit hat nach seinen Angaben selbst daran mitgearbeitet, dass die Daten nun abrufbar sind, und zwar nicht nur in Frankfurt, sondern im gesamten RMV-Gebiet. Den langen Verzug erklärt er mit der inkompatiblen Datengrundlage: Der RMV habe eine veraltete Technologie genutzt. Der angebotene Datensatz habe angepasst werden müssen.

          Ein Sprecher des RMV bestreitet dies. „Der RMV hält keine Fahrplandaten zurück und bietet sie in einem üblichen Format an.“ Er verweist darauf, dass die Daten schon lange über eine offene Schnittstelle zur Verfügung stünden und in anderen Routenplanern auch abrufbar seien. Allerdings sei Google Maps der Kartenservice mit der größten Reichweite. „Wir bieten seit Jahren diese Daten an und freuen uns über jeden, der aktuelle Fahrplandaten nutzt.“

          Warum es so lange gedauert hat, können weder der RMV noch Google schlüssig erläutern. Laut Google ist das Unternehmen mit dem RMV eine Kooperation eingegangen. Daher seien die Nahverkehrsverbindungen nun auch für dieses Gebiet verfügbar gemacht worden. Worin diese Kooperation besteht, war nicht zu erfahren.

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