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Richtfest ohne Draghi : EZB-Neubau erheblich teurer als erwartet

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Der Handwerker und sein Werk: Polier Wolfgang Breitenbach beim Richtfest für den EZB-Neubau Bild: dapd

Die EZB feiert, doch der Chef sagt kurzfristig ab: Euro-Retter Draghi kann beim Richtfest der neuen Notenbank-Zentrale in Frankfurt nicht dabei sein. Der Bau wird noch teurer als gedacht.

          Der Neubau der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main wird um bis zu 350 Millionen Euro teurer als erwartet. Die EZB erklärte beim Richtfest, 2005 seien die gesamten Investitionskosten auf 850 Millionen Euro zu konstanten Preisen aus diesem Jahr geschätzt worden. Weil Baumaterialien und -leistungen inzwischen teurer geworden seien, werde bis zum Abschluss des Projekts im Jahr 2014 mit Mehrkosten von 200 Millionen Euro gerechnet.

          Weitere 100 bis 150 Millionen Euro plant die Notenbank unter anderem dafür ein, dass das Fundament zusätzlich verstärkt werden musste, wie EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen vor rund 1000 geladenen Gästen und Bauarbeitern sagte. Asmussen vertrat EZB-Präsident Mario Draghi, der wegen kurzfristiger anderer Verpflichtungen die Zeremonie am Abend nicht eröffnen konnte.

          Blick auf den Neubau durch den Richtkranz

          Im Frankfurter Ostend an der denkmalgeschützten Großmarkthalle entsteht ein bis zu 185 Meter hoher Doppelturm. Der Umzug in das neue Gebäude am Mainufer ist für 2014 geplant. Rund 1500 EZB-Beschäftigte, die derzeit auf mehrere Gebäude in der Innenstadt verteilt sind, sollen dann in das neue Domizil ziehen. Die Türme beherbergen insgesamt etwa 2300 Arbeitsplätze.

          Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sagte: „Wir Frankfurter sind stolz, die EZB hier in unserer Stadt zu haben.“ Die EZB sitzt seit ihrer Gründung 1999 in Hessens größter Stadt. „Bankgeschäfte habe in Frankfurt Tradition“, sagte Feldmann. Handel und Geldgeschäften hätten Frankfurt zur „internationalsten Stadt gemacht, die Deutschland zu bieten hat“.

          Mit den leicht ineinandergeschlungenen Hochhäusern an der restaurierten denkmalgeschützten Großmarkthalle von 1928 will das avantgardistische Wiener Architekturbüro Coop Himmelb(l)au dem Euro über Europa hinaus ein imposantes Zeichen setzen.

          Der Neubau, gesehen durch ein Fisheye

          Die beiden mit Streben und Plattformen mehrfach miteinander verbundenen Türme haben ihre endgültige Höhe fast erreicht. Es fehlen noch Technik und Antennen. Eingang und Konferenzcenter der neuen EZB durchbohren wie ein Keil die von Martin Elsaesser erbaute Gemüsehalle.

          Das spektakuläre Projekt hatte sich mehrfach verzögert. Wegen des enge Rahmens für die Baukosten von ursprünglich 500 Millionen Euro hatte die EZB zunächst keinen Generalunternehmer gefunden. Die Integration der denkmalgeschützten Großmarkthalle in den Gebäudekomplex war schwieriger als gedacht.

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