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Rhön-Klinikum stellt ihr Konzept vor : Partikeltherapie „vor Realisierung“

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Verwaist: Die Partikeltherapieanlage in Marburg ist noch außer Betrieb. Aber das soll sich jetzt ändern. Bild: Rüchel, Dieter

Kurz vor Ablauf einer vom Land gesetzten Frist präsentiert der Krankenhauskonzern Rhön ein Betriebskonzept für die Marburger Partikeltherapieanlage. Wiesbaden ist erst einmal zufrieden.

          Im Streit um die stillstehende Marburger Partikeltherapieanlage zur Krebsbehandlung kommt Bewegung. „Die Inbetriebnahme steht vor der Realisierung“, sagte der Vorstandschef der Rhön-Klinikum AG, Martin Siebert, am Mittwoch in Frankfurt - kurz vor Ablauf einer vom Land gesetzten Frist für eine Einigung. Erste Patienten könnten demnach 2015 behandelt werden.

          Der Krankenhauskonzern Rhön will die rund 100 Millionen Euro teure Anlage zusammen mit dem Heidelberger Uniklinikum betreiben. Dafür werde es eine gemeinsame Betriebsgesellschaft geben, sagte Siebert. Die vereinbarten Eckpunkte unter anderem zum Betrieb sowie zum Kauf der Anlage von Hersteller Siemens sollen in den nächsten Wochen in Vertragsform gegossen werden.

          Einigung verkündet: Martin Siebert, Vorstandsvorsitzender der Rhön-Klinikum AG

          Land hatte Klage angekündigt

          „Auf dieses Signal haben viele, teils schwerstkranke Patienten gewartet, in der berechtigten Hoffnung auf eine Behandlungsmethode auf höchstem Niveau“, erklärten Ministerpräsident Volker Bouffier und Wissenschaftsminister Boris Rhein (beide CDU). Nach dem Bekenntnis von Rhön zur Partikeltherapie werde die Landesregierung auf ihre angedrohte Klage verzichten. Vor einer endgültigen Entscheidung müssten allerdings die neuen Verträge geprüft werden.

          Der Krankenhauskonzern hätte eigentlich schon längst die Partikeltherapie für die Krebsbehandlung nutzen sollen. Dazu hatte sich das Unternehmen beim Kauf des privatisierten Universitätsklinikums Gießen-Marburg verpflichtet. Bislang ist hier aber noch kein Patient bestrahlt worden. Das Land hatte deshalb vor einigen Monaten eine Klage angekündigt. Eine letzte Frist für ein Betriebskonzept wäre am Mittwoch ausgelaufen.

          Mit Siemens auf Eckpunkte geeinigt

          Hauptanteilseigener der Betriebsgesellschaft, der „Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum GmbH“, wird Rhön zufolge das Heidelberger Universitätsklinikum sein. Dort gibt es bereits eine Partikeltherapie. Der Gesellschaftsvertrag stehe, müsse aber noch formal beurkundet werden, sagte Siebert.

          Mit Siemens habe man sich ebenfalls auf Eckpunkte zum Kauf der Anlage geeinigt. Details zu Konditionen nannte der Rhön-Chef aber nicht. Siemens hatte 2011 den Ausstieg aus dem Projekt beschlossen und die Anlage Rhön wieder abgekauft.

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