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Rheingauer Riesling : Mutationen und Klonen gehört die Zukunft

Mutabor: Der Riesling muss sich an wärmere Zeiten anpassen. Bild: Wonge Bergmann

Wer trotz des Klimawandels im Rheingau weiter Riesling ernten will, sollte dem Rat der Rebenzüchter folgen. Lockere und kleine Beeren sind der Schlüssel zum Erfolg.

          3 Min.

          Immer wärmer, sonniger, trockener. Hat der Riesling unter diesen Folgen des Klimawandels auf Dauer eine Zukunft im Rheingau, oder muss er absehbar vielleicht in die höheren Lagen des Harzes auswandern, um sein charakteristisches Geschmacksbild zu wahren? Eine für Rheingauer Winzer gewagte Option, die kürzlich in Wiesbaden bei einem Gespräch mit Weinbauministerin Priska Hinz (Grünen) thematisiert wurde. Für Joachim Schmid vom Institut für Rebenzüchtung der Hochschule Geisenheim gibt es allerdings noch andere Auswege, als die traditionellen Anbaugebiete wie Rheingau oder Mosel aufzugeben oder dort den Riesling zu roden und vermehrt mediterrane Rebsorten anzupflanzen. Bei einer Fachtagung in Geisenheim zu den Konsequenzen des Klimawandels für den Rheingau wies Schmid darauf hin, dass höhere Temperaturen und eine über das Jahr veränderte Verteilung des Niederschlags allerdings nicht ohne Folgen für die Traubengesundheit bleiben.

          Oliver Bock

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Für Schmid besteht eine Möglichkeit zum Erhalt traditioneller Rebsorten in der Selektion von Mutationen, die nachweislich mit dem veränderten Klima besser zurechtkommen. Solche Mutationen des Rieslings, die erkannt, gezielt gefördert und vermehrt werden sollten, sollten sich durch kleine und locker sitzende Beeren mit dicken Schalen auszeichnen. Schmid sieht auch eine wachsende Bedeutung für neue Riesling-Klone mit intensiverem Aroma, die sich durch eine spätere Reifezeit oder durch höhere Säuregehalten auszeichnen.

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