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Nach Desaster im Salzbachtal : Beharrlich für eine neue Rheinbrücke

  • -Aktualisiert am

So nah und doch so fern: Der Rhein trennt Rüdesheim und Bingen. Bild: dpa

Nach der Havarie der Salzbachtalbrücke will der Kreistag im Rheingau-Taunus-Kreis eine weitere Querung des Stroms nicht zu den Akten legen. Wahrscheinlicher wird sie dadurch nicht.

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          Die Vorgänge um die Salzbachtalbrücke und um die Schiersteiner Brücke wenige Jahre zuvor unterstreichen die Bedeutung der Brücken im Westen der Rhein-Main-Region. „Die Abhängigkeit von wenigen Zufahrtsachsen ist für die Erreichbarkeit fatal“, sagt IHK-Präsident Christian Gastl. Eine Mehrheit des Kreistags im Rheingau-Taunus-Kreis ist deshalb nicht gewillt, die Hoffnung auf eine weitere Rheinbrücke zwischen Rüdesheim und Bingen fahren zu lassen. Im Kreistags-Ausschuss für Umwelt, Mobilität, Tourismus und Kultur wurde deshalb die Beschlusslage des Kreisausschusses verworfen. Dieser hatte beschlossen, nach Kenntnisnahme des Umweltkapitels einer neuen Machbarkeitsstudie den Bau einer Rheinbrücke nicht mehr weiterzuverfolgen. Selbst die Prüfung eines Rheintunnels, wie ihn Landrat Frank Kilian (parteilos) als Option vorgeschlagen hatte, lehnte die Mehrheit ab. Sie konnte sich allenfalls für eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke erwärmen und darüber hinaus für ein Konzept zur Ausdehnung des Fährverkehrs.

          Oliver Bock
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Im Ausschuss hatte dieser Beschluss nun aber keinen Bestand. Stattdessen erhielt die CDU für ihren Änderungsantrag die Unterstützung von FWG, FDP und AfD. Dagegen stimmten nach Angaben des Ausschussvorsitzenden Volker Mosler (CDU) die SPD und die Grünen, die aber zusammen nur über 25 der 61 Mandate im Kreistag verfügen. Nun soll der Kreistag auf Empfehlung des Ausschusses beschließen, dass „der Bau einer festen Rheinquerung für den motorisierten und nichtmotorisierten Individualverkehr zwischen Rüdesheim und Bingen weiterverfolgt“ wird. Der Kreisausschuss soll in Abstimmung mit dem Kreis Mainz-Bingen weitere mögliche Standorte für eine Brücke oder einen Tunnel „technisch, wirtschaftlich und umweltrechtlich“ prüfen. Die Mehrheit will dafür Geld im Etat 2022 bereitstellen. Zudem soll der Kreisausschuss eine Rheinquerung für den Bundesverkehrswegeplan, die Bedarfsplanung des Landes Hessen und den Regionalplan Südhessen anmelden, um die Ernsthaftigkeit des Wunsches zu unterstreichen.

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